Sind die WMs 2018 und 2022 gekauft worden? FIFA veröffentlicht „Garcia-Bericht“

Sind die WMs 2018 und 2022 gekauft worden? FIFA veröffentlicht „Garcia-Bericht“
+
Der angeklagte Frauenarzt hat eine "dunkle Seite'", wie er sagte.

"In mir gibt es eine dunkle Seite"

Spanner-Fotos: Frauenarzt entschuldigt sich

Frankenthal - Die intime Atmosphäre eines Behandlungszimmers hat ein Gynäkologe ausgenutzt und massenhaft Fotos von seinen Patientinnen gemacht. Vor Gericht schämt sich der 58-Jährige dafür.

Für Zehntausende heimliche Intim-Fotos von Patientinnen hat ein Frauenarzt vor Gericht um Entschuldigung gebeten. „Ich schäme mich“, sagte der 58-Jährige am Donnerstag bei Prozessbeginn im rheinland-pfälzischen Frankenthal. Er soll sogar einige der Frauen missbraucht haben. Zum Motiv für sein Handeln erklärte er vor dem Landgericht, es gebe eine dunkle Seite in ihm.

Der Mediziner, der seine Praxis in Schifferstadt hat, soll zwischen Mai 2008 und August 2011 mit einer Digitalkamera die Fotos in der Umkleidekabine und im Untersuchungsraum gemacht haben. Zur Anklage kamen mehr als 1400 Fälle. Dem Mann wird eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs der Frauen vorgeworfen.

In zehn weiteren Fällen wird ihm zudem sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses zur Last gelegt. Er soll den Vaginalbereich der Frauen vordergründig untersucht haben, um sich sexuell zu erregen - dabei soll die Kamera gelaufen sein. Zudem muss er sich wegen unerlaubten Waffenbesitzes verantworten.

In einer persönlichen Erklärung führte der 58-Jährige aus, dass er niemanden beleidigen, verletzen oder schädigen wollte. Er wolle weiterhin aktive Wiedergutmachung leisten und sei zu persönlichen Gesprächen mit den betroffenen Frauen und zu einem Täter-Opfer-Ausgleich bereit. Der bundesweit einmalige Fall kam 2011 ans Licht, weil zwei langjährige Arzthelferinnen Verdacht schöpften. Sie hätten sich gewundert, dass der Gynäkologe immer wieder eine Schublade im Untersuchungsstuhl auf- und zuzog, bevor er die nächste Patientin hereinbat, sagten sie vor Gericht aus. Diese Schublade werde normalerweise gar nicht benutzt. Sie hätten regelmäßig nachgeschaut, doch das Fach sei immer leer gewesen - bis eines Tages eine Digitalkamera drin gelegen habe.

„Das hat uns sehr erschreckt“, sagte eine der Arzthelferinnen. Sie hätten auf der Kamera ein Foto von einer Patientin entdeckt, die in Untersuchungshaltung auf dem Behandlungsstuhl saß. Ihre Geschlechtsteile seien sehr deutlich zu sehen gewesen. Wegen der Fotos hätten sie sich entschieden, Anzeige zu erstatten.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue Cyber-Attacke legt Dutzende Firmen lahm
Über einen Monat nach der aufsehenerregenden "WannaCry"-Attacke hat ein Erpressungstrojaner erneut in großem Stil zugeschlagen. Diesmal traf es viele Firmen in der …
Neue Cyber-Attacke legt Dutzende Firmen lahm
Hochhaus in Wuppertal wird wegen möglicher Feuergefahr geräumt
Nach der Londoner Brandkatastrophe schauen sich die Behörden auch in Deutschland die Hochhäuser genau an. Als erste Konsequenz wird nun in Wuppertal ein Hochhaus geräumt.
Hochhaus in Wuppertal wird wegen möglicher Feuergefahr geräumt
Regen am Siebenschläfertag - Meteorologe: Das muss nichts heißen
Am Dienstag ist Siebenschläfertag. Laut einer alten Bauernregel wird das Wetter der nächsten sieben Wochen gleich bleiben.
Regen am Siebenschläfertag - Meteorologe: Das muss nichts heißen
Wer klaut eine 1,2 Tonnen schwere Bronzeplastik?
Die Bronzeplastik wiegt 1,2 Tonnen, doch nun ist das Kunstwerk in Kiel spurlos verschwunden. Die Polizei hat einen Verdacht, aber noch keine Spur.  
Wer klaut eine 1,2 Tonnen schwere Bronzeplastik?

Kommentare