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Papst Franziskus: „Mit einer Anästhesie spielt man nicht“ – Kirchenoberhaupt befürchtet Zwang zum Rücktritt

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Von: Anna Lorenz

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Auf dem Rückweg nach Rom wird Papst Franziskus im Flugzeug von Journalisten interviewt.
Papst Franziskus spricht zu Journalisten im Flugzeug auf der Rückreise aus Kanada. Das Hauptthema seines Kanada-Besuchs war die Entschuldigung bei der indigenen Bevölkerung für den Jahrzehnte langen Missbrauch in von der Kirche geleiteten Internaten. © picture alliance/dpa/REUTERS-Pool/AP | Guglielmo Mangiapane

Die Sorge um Papst Franziskus ist groß: Wegen der jüngsten Äußerungen des Pontifex bangt man nun um einen möglichen Rücktritt des Kirchenoberhaupts aufgrund anhaltender, gesundheitlicher Beschwerden.

Vatikan – Seit einigen Wochen kursieren Gerüchte, Papst Franziskus könne aufgrund seines Gesundheitszustandes womöglich gezwungen sein, sein Amt als Kirchenoberhaupt niederzulegen. Anfang Juli dementierte der Pontifex etwaige Rücktrittsüberlegungen noch, nun jedoch sind aus dem Vatikan andere Töne zu vernehmen.

Kritischer Gesundheitszustand bei Papst Franziskus: „Muss mich etwas schonen“

Seit Monaten leidet Papst Franziskus an Schmerzen im rechten Knie, ist auf einen Gehstock beziehungsweise Rollstuhl angewiesen. Eine Reise nach Afrika konnte er nicht antreten, sein, diese Woche (KW 30) erfolgter Besuch in Kanada – er bittet bei Ureinwohnern, die als Kinder in, von Kirchen geführten Internaten Missbrauch und Gewalt erlitten haben, um Vergebung – wurde von einem Arzt und einem Krankenpfleger begleitet.

„Ich glaube nicht, dass ich das gleiche Reisetempo wie zuvor beibehalten kann“, sagte das 85-jährige Kirchenoberhaupt in der Nacht zum Samstag, 30. Juli 2022, während seines Rückflugs aus Kanada. In den zurückliegenden sechs Tagen habe er kaum ein paar Schritte machen können und die meiste Zeit im Rollstuhl verbracht. Zwar wolle er weiterhin reisen, man müsse hierbei nur vielleicht etwas kleiner planen. „Wenn ich an mein Alter denke und an meine Einschränkung, muss ich mich etwas schonen“, so der Pontifex. An seiner geplanten Besuchen in Kiew und Kasachstan im September halte er trotz allem fest, auch die abgesagte Reise in den Sudan und die Demokratische Republik Kongo wolle er nachholen.

Papst Franziskus krank: Pontifex will „Kräfte ein wenig aufsparen“ oder andernfalls „beiseite“ treten

Eine Operation seines Knies könne zwar Linderung verschaffen, doch der Papst scheut einen Eingriff. „Das ganze Problem ist die Anästhesie“, erklärte er, „Mit einer Anästhesie spielt man nicht“. Vor etwas mehr als einem Jahr wurde Papst Franziskus am Dickdarm operiert, die Narkose habe hierbei bis heute Spuren hinterlassen.

Vielmehr, so der Papst, müsse er "seine Kräfte ein wenig aufsparen" oder "andernfalls über die Möglichkeit nachdenken, beiseite zu treten". „Die Tür“, so das Kirchenoberhaupt, „steht offen. Das ist eine ganz normale Option“. Bereits 2013 war sein Vorgänger, Benedikt XVI., entgegen der grundsätzlichen Regel, das Papstamt gelte auf Lebenszeit, zurückzutreten.

Gerade denke er zwar nicht daran, sein Amt niederzulegen, aber das hieße nicht, dass er damit nicht übermorgen anfangen könne, sagte Papst Franziskus weiter. „Diese Reise war ein wenig wie ein Test“ und habe ihm verdeutlicht, „dass man nicht in diesem Zustand reisen kann“. Er werde aber trotzdem weiterhin versuchen, „den Menschen nahe zu sein“. Somit stellt sich ein Rücktritt des Pontifex als nicht unwahrscheinlich dar, falls seine Gesundheit ihn daran hindern sollte, sein Amt in der, von ihm vorgestellten Weise auszuüben. (askl)

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