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Das junge Mädchen ereilte ein trauriges Schicksal. Chantal-Marie war erst 14 Jahre alt.

Spendenaufruf bei Facebook kam zu spät

Die traurige Geschichte von Chantal-Marie

Oberberg - Zuerst dachten die Facebook-User, die Geschichte sei ein Fake. Doch der Spendenaufruf für die 14-jährige Chantal-Marie, die plötzlich ins Koma fiel, war echt - nur kam er zu spät.

In dem knapp 13.000-mal geteilten Post wird von einem 14-jährigen Mädchen berichtet, das ein glückliches, gewöhnliches Leben führte, bis es sich Anfang Dezember nicht mehr wohl fühlt. Chantal-Marie leide unter Schwindelanfällen und Fieber, war zu lesen. Als sich ihr Zustand auch am Tag drauf nicht bessert, fahren ihre Eltern mit ihr ins Krankenhaus nach Gummersbach in Nordrhein-Westfalen. Dort vermutet man zuerst einen grippalen Infekt, aber Chantal-Maries Zustand verschlechtert sich weiter, also wird sie in eine Klinik nach Köln verlegt. Dort bleibt noch während der Untersuchung ihr Herz stehen. 

Chantal-Marie muss reanimiert werden, die Nieren versagen, auch die Lungen sind angegriffen. Der Teenager muss ins künstliche Koma versetzt werden. Schließlich wird die 14-Jährige nach Hannover in eine Spezial-Klinik verlegt.

Ein Virus soll das Herz angegriffen haben, heißt es weiter. Eine geplante Transplantation eines Kunstherzes wurde jedoch kurzfristig abgesagt, da ein Blutgerinnsel im Herzen des Mädchens bei einer OP einen Schlaganfall verursachen könnte. Die letzte Chance, Chantal-Marie am Leben zu halten: Eine zeitnahe Organspende.

Hinzu kommt, dass der Vater arbeitslos ist und die Mutter ihren Job als Verkäuferin nicht ausführen kann, weil sie bei ihrem Kind sein will. Die Rechnungen, die durch die Fahrten ins Krankenhaus, den Arbeitsausfall und durch die mögliche Transplantation entstehen können, müssen irgendwie beglichen werden, der Familie fehlen die Mittel dazu.

Der Spendenaufruf geht viral

Mimikama, eine private Initiative, die über Internetmissbrauch aufklärt, bekam viele Anfragen von Facebook-Nutzern, ob die traurige Geschichte nun wahr sei oder nicht. Am vergangenen Dienstag veröffentlichte man das Ergebnis der Recherche: Sie stimmt. Die Posts stammen wohl von Bettina Hühn, Geschäftsführerin der Ursula Barth Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern und Jugendlichen mit geistigen, psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen sowie deren Eltern zu helfen. In die Stiftung integriert ist das Projekt "Helfenden Hände Oberberg".

Daraufhin wurde der Spendenaufruf für Chantal-Marie mehr denn je geteilt, in den Kommentaren hinterließ die Online-Gemeinde viel Trost und gute Wünsche.

"Ihre letzte Reise"

Dann der Schock: Schon am 8. Dezember, ein Tag nachdem Mimikama über das Drama berichtet hatte, ist jede Hilfe für Chantal-Marie zu spät: Die 14-Jährige hat die Nacht nicht überlebt.

Ein vorerst letztes Mal richtet sich die Familie an die Öffentlichkeit: "Liebe Familie, liebe Freunde und Helfende Hände, unendlich traurig müssen wir Euch mitteilen, dass sich unsere Tochter Chantal-Marie gestern Abend auf ihre letzte Reise begeben hat

Wir sind dankbar und gerührt, dass so viele Menschen an unserem Schicksal teilnehmen und uns helfen wollen. Wir bedanken uns für die vielen positiven Worte und Gedanken, Hilfsangebote und Spenden."

Was passiert mit der Spende?

Bisher sei noch nicht klar, wie viele Spenden die Familie erhalten hätte, die Gelder sollen jedoch vor allem für Chantals Familie verwendet werden, schreibt Bettina Hühn. Gelder, die darüber hinaus eingegangen seien, gebe die Familie auf eigenen Wunsch frei, um weiteren Familien in Oberberg in Notsituationen zu helfen.

lvp

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