+
Ein "Westlicher Gorilla" im Zoo in Frankfurt am Main. Foto: Nicolas Armer

Spürhunde helfen beim Schutz bedrohter Gorillas

Leipzig (dpa) - Spürhunde könnten künftig beim Schutz gefährdeter Gorillas helfen. Eine Studie des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie zeigt, dass Forscher Fäkalien der bedrohten Menschenaffen mit Hilfe von Hunden wesentlich effektiver aufspüren können.

Mit diesen Funden könne man Größe und Verhalten der Populationen besser abschätzen, betonen die Wissenschaftler um Mimi Arandjelovic im Journal "Open Science" der britischen Royal Society.

Die Forscher testeten Spürhunde aus den USA bei der Suche nach den vom Aussterben bedrohten Cross River Gorillas (Gorilla gorilla diehli). Diese Unterart des Westlichen Gorillas (Gorilla gorilla) lebt im bergigen Grenzgebiet zwischen Nigeria und Kamerun, das nur schwer zugänglich ist. Schätzungen zufolge gibt es nur noch wenige Hundert Cross River Gorillas.

Die Hunde sollten in dem unwegsamen Gelände Kot der überaus seltenen Tiere finden. Genetische Untersuchungen der Fäkalien sollten dann Informationen etwa zu Größe und Zusammensetzung der Populationen liefern. Bei den Suchaktionen fand ein Hundeteam pro Tag durchschnittlich etwa 0,9 bis 1,4 Hinterlassenschaften der Affen, Teams ohne Hund kamen im Mittel nur auf 0,4 Kotfunde.

"Die Verwendung von Spürhunden ergab eine verlässlichere Schätzung der Populationsgröße der Gorillas in den beiden für das Pilotprojekt ausgewählten Regionen", wird Arandjelovic in einer Mitteilung ihres Instituts zitiert.

Die genetischen Analysen der Funde ergaben, dass die insgesamt 72 gefundenen Kotproben von 19 verschiedenen Tieren stammten - 4 Männchen und 15 Weibchen. Insgesamt identifizierten die Wissenschaftler in den zwei Regionen vier Gorillagruppen.

Den Geruchsforscher Prof. Hanns Hatt von der Ruhr Universität Bochum überrascht die Überlegenheit der Hunde nicht. "Hunde haben etwa zehnmal soviel Riechzellen - 300 Millionen - in der Nase", betont der Forscher. Das gelte zumindest für klassische Spürhunde.

Zudem hätten sie fast dreimal mehr verschiedene Riechrezeptoren als Menschen - 900 Rezeptoren im Vergleich zu 350. "Außerdem trainieren sie Riechen vom ersten Lebenstag an ständig. Deshalb können sie Spuren noch nach Tagen verfolgen, jeden Menschen am Körpergeruch unterscheiden und geringste Mengen von Rauschgift oder TNT detektieren", erläuterte der Wissenschaftler.

Allerdings war der Einsatz der aus den USA stammenden Hunde teuer. Die Wissenschaftler empfehlen daher, Hunde vor Ort zu trainieren und zwar auch auf Kot anderer lokaler Tierarten.

Publikation nach Freigabe

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Biologe beklagt Verschwinden der Schmetterlinge
Immer intensivere Landwirtschaft auf Kosten von Schmetterlingen und Feldvögeln? Viele Experten sehen das so. Nun gibt es neue Daten.
Biologe beklagt Verschwinden der Schmetterlinge
Aus Versehen: LKA-Leibwächter schießt im Flughafen Tegel 
Kurz vor dem Einstieg in das Flugzeug hat ein LKA-Leibwächter einen Schuss aus seiner Waffe abgegeben. Der hatte sich offenbar aus Versehen gelöst. Aber wie konnte es …
Aus Versehen: LKA-Leibwächter schießt im Flughafen Tegel 
Millionen erwarten die totale Sonnenfinsternis in den USA
Die Sonnenfinsternisbrillen sind gekauft. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. Viele Amerikaner haben weite Anreisen hinter sich, um die "Great American Eclipse" …
Millionen erwarten die totale Sonnenfinsternis in den USA
Catering-Wagen stößt mit Flugzeug zusammen - hoher Sachschaden
Beim Abschleppen eines Airbus A380 krachte der mit einem Catering-Wagen zusammen. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt. Der Sachschaden ist dagegen immens. 
Catering-Wagen stößt mit Flugzeug zusammen - hoher Sachschaden

Kommentare