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Die Spur führt nach Pakistan

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- Scharm el Scheich - Bei den Ermittlungen zu den Terroranschlägen von Scharm el Scheich verfolgt die ägyptische Polizei eine Spur nach Pakistan. Sie sucht nach sechs Pakistanern, die mehrere Tage vor den Bombenanschlägen verschwanden. Fotos zufolge, die an Polizeistationen in dem Badeort auf der Halbinsel Sinai verteilt wurden, dürften die Männer zwischen 20 und 30 Jahre alt sein.

Die Ermittler erklärten gestern, sie wollten eine mögliche Verwicklung der Gesuchten in die Bombenattentate vom Samstag überprüfen. Die Männer kamen nach Behördenangaben am 5. Juli in dem Badeort an. Ein pakistanischer Diplomat in Kairo sagte, die ägyptischen Behörden hätten die Botschaft nicht offiziell darüber informiert, dass die Männer verdächtigt würden. Viele Pakistaner nutzten Ägypten als Sprungbrett, um in Europa Arbeit zu suchen.In den Trümmern des Hotels Ghazala Gardens fand die Polizei nach eigenen Angaben sterbliche Überreste eines Mannes, bei dem es sich vermutlich um einen Pakistaner handele. Dies soll mit DNA-Tests überprüft werden.Eine Verwicklung von Pakistanern in die Anschläge von Scharm el Scheich würde Spekulationen schüren, dass hinter den Bombenattentaten ein umfassenderes Terrornetzwerk stecken könnte als zunächst angenommen. Bis gestern richtete sich der Verdacht vor allem gegen eine Gruppe auf der Sinai-Halbinsel, die dort bereits im vergangenen Oktober Anschläge verübt haben soll. Bei den Eltern von fünf Verdächtigen dieser Attentate wurden DNA-Proben genommen, um sie mit den im Ghazala-Hotel gefundenen Leichen abzugleichen.Der pakistanische Staatschef Pervez Musharraf erklärte, Al Kaida sei in seinem Land zu geschwächt, als dass es die Anschläge von London oder Scharm el Scheich hätte koordinieren können. Die Führungsriege und der Kommunikationsfluss des Netzwerks seien ausgeschaltet. Sicherheitskräfte hätten in Pakistan 700 Al-Kaida-Kämpfer festgenommen. Das Kommunikationssystem sei inzwischen auf Kurierdienste beschränkt, die Übermittlung von Botschaften dauere mehrere Wochen.Im Internet hatte sich eine islamistische Gruppierung zu den Anschlägen in Scharm el Scheich bekannt, die auch die Urheberschaft der Anschläge im Oktober für sich reklamiert hatte: die Abdullah-Assam-Brigaden in Syrien und Ägypten. Zudem bekannte sich die bislang unbekannte Gruppe Heilige Krieger Ägyptens zu den Attentaten.Während Krankenhäuser die Zahl der Todesopfer der Anschläge vom Samstagmorgen mit 88 angaben, sprach das Gesundheitsministerium von 64 Toten. Die Kliniken erklärten, bei dieser Zahl seien mehrere Leichenteile noch nicht berücksichtigt.Es handelte sich um den bisher schwersten Terroranschlag in der Geschichte Ägyptens.

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