Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens zeigt eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff Sputnik V
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Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff Sputnik V

Das russische Vakzin im Überblick

Impfstoff Sputnik V: Wirksamkeit, Nebenwirkungen, Zulassung – alle Infos zum Corona-Vakzin

Der Corona-Impfstoff Sputnik V, offiziell als Gam-COVID-Vac erhältlich, ist bereits in 50 Ländern zugelassen. Es handelt sich um einen Vektor-Impfstoff auf Basis zweier für den Menschen harmlosen Adenovirus-Typen.

St. Petersburg – Der Corona-Impfstoff Sputnik V wurde am 20. August 2020 staatlich registriert. Stand März 2021 ist er in rund 50 Ländern der Erde zugelassen. Eine EU-Zulassung wurde zu diesem Zeitpunkt noch geprüft. Das Vakzin basiert auf der Kombination zweiter Adenoviren, die das Gen eines zentralen Bestandteils des Coronavirus tragen.

Sputnik V: Wer produziert den Corona-Impfstoff?

Sputnik V war 2020 der weltweit der erste Corona-Impfstoff, der eine Zulassung erlangte. Das Vakzin wird von dem russischen Pharmaunternehmen Biocad mit Sitz in St. Petersburg produziert. Biocad gehört zu den größten Betrieben der Branche in Russland. Das Medikamentenportfolio umfasst rund 60 Mittel, 25 befinden sich derzeit in klinischen Studien (Stand März 2021).

Biocad fokussiert sich vor allem auf die Entwicklung von Wirkstoffen für die Krebstherapie. Das Unternehmen hat rund 2.500 Mitarbeiter weltweit. Außer in Russland unterhält es Niederlassungen in Brasilien, China, Vietnam und den Vereinigten Arabischen Emiraten. CEO von Biocad ist Dmitry Morozov.

Sputnik V: Zulassungen weltweit

Am 19. März 2020 kündigte Biocad in einer Pressemitteilung an, Forschungen an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus aufzunehmen. Tierversuche sollten demnach bereits im April 2020 stattfinden. Im August 2020 teilte Russlands Präsident Wladimir Putin die Freigabe des Mittels mit. Zunächst sollten russischen Behörden zufolge einzelne Bevölkerungsgruppen, darunter Ärzte und Lehrer, den Corona-Impfstoff erhalten. Zu diesem Zeitpunkt standen die abschließenden Phase-3-Studien noch aus.

Sputnik V wurde bis März 2021 außer in Russland in weiteren rund 50 Ländern zugelassen. Eine Auswahl:

  • Argentinien (23. Dezember 2020)
  • Weißrussland (29. Dezember 2020)
  • Vereinigte Arabische Emirate (21. Januar 2021)
  • Tunesien (30. Januar 2021)
  • Libanon (5. Februar 2021)
  • Bahrain (10. Februar 2021)
  • Ägypten (24. Februar 2021)
  • Slowakei (1. März 2021)
  • Kenia (10. März 2021)
  • Jordanien (10. März 2021)
  • Marokko (10. März 2021)

Der Corona-Impfstoff soll Meldungen aus Russland zufolge auch in Deutschland produziert werden. Eine EU-Zulassung steht Stand 15. März 2021 noch aus. Anfang März startete die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ein Schnellprüfverfahren. Für eine von zwei notwendigen Dosen wird ein Preis von umgerechnet rund 9,60 Euro fällig.

Sputnik V: Wirkungsweise des Vakzins

Bei Sputnik V handelt es sich um einen Vektor-Impfstoff. Dabei werden Fragmente der Spike-Protein-Gene des Coronavirus in abgeschwächte, für den Menschen ungefährliche Viren gebracht. Im Falle von Sputnik V handelt es sich um zwei modifizierte Adenoviren (Erkältungsviren): Typ 26 wird für die erste Impfdosis, Typ 5 für die zweite verwendet. Durch die Nutzung zweier Virustypen soll eine mögliche Immunität gegenüber dem Vektor, sprich dem Adenovirus, umgangen werden.

Gelangen die Virusgene in den menschlichen Körper, beginnen diese mit der Produktion des Virusproteins, in der Folge bilden sich Antikörper. So sollen sich schwere Verläufe der Krankheit COVID-19 verhindern lassen.

Die erste „Prime“-Impfung löst eine Antwort des menschlichen Immunsystems aus, indem Antikörper gebildet werden. Die zweite „Boost“-Impfung ist für eine Verstärkung dieses Effekts gedacht. Die beiden Dosen sollen in einem zeitlichen Abstand von 21 Tagen verabreicht werden.

Studiendaten zu Sputnik V wurden nicht bekannt gegeben. Bis März 2021 konnten Wissenschaftler den Grad der Wirksamkeit daher nicht exakt bestimmen. Laut einer Studie des medizinischen Fachmagazins Lancet hat der Corona-Impfstoff eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent. Die Datenlage sei anderen Stimmen zufolge jedoch umstritten.

Sputnik V: Mögliche Nebenwirkungen

Lancet zufolge ist der Corona-Impfstoff sicher. Es können folgende unerwünschte Folgen unmittelbar nach der Verabreichung von Sputnik V auftreten:

  • Hautirritationen an der Einstichstelle
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Symptome eines grippalen Infekts

In der abgeschlossenen Phase-2-Studie zeigten keine Teilnehmer schwere Nebenwirkungen. Phase 3 begann im September 2020.

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