1. Startseite
  2. Welt

Umweltkatastrophe droht: Soldaten kämpfen gegen Tonnen von Plastikkügelchen an Traumstrand

Erstellt:

Von: Martina Lippl

Kommentare

Tonnen kleinster Plastikteilchen verschmutzen Strand in Sri Lanka.
Tonnen kleinster Plastikteilchen verschmutzen Strand in Sri Lanka. © ISHARA S. KODIKARA/afp

Es sind winzige Kügelchen aus Plastik. Mehrere Tonnen davon vermischt mit Öl sind an einen Strand in Sri Lanka angespült worden. Die Angst vor einer Umweltkatastrophe wächst.

Colombo - Mit Schaufeln und Baggern versuchen Soldaten den Schmutz zu beseitigen. Mehrere Tonnen Plastikgranulat vermischt mit Öl und anderen Überresten bedecken die Strände an der Westküste Sri Lankas. Der Strand, der sonst Touristen anzieht und für die Fischerei bekannt ist, wurde vorläufig gesperrt. Aber das ist noch nicht alles: Die Angst vor einer Ölpest wächst.

Havariertes Containerschiff treibt im Indischen Ozean

Denn vor der Küste brennt das Containerschiff „X-Press Pearl“. Seit Tagen wütet ein Feuer auf dem Schiff. Einsatzkräfte versuchen den Brand zu löschen. Zur Ladung der „X-Press Pearl“ gehören Chemikalien und Kosmetika - darunter 25 Tonnen Salpetersäure. Wenn das Containerschiff sinkt, können zudem Hunderte Tonnen Öl ins Meer gelangen. Von den 1500 Containern sind mindestens acht ins Meer gefallen. Daher stammen die Plastikkügelchen.

Diese Polyäthylen-Pellets werden als Rohmaterial in der Verpackungsindustrie genutzt. Nach offiziellen Angaben hat das Schiff mindestens 28 Container mit diesen Plastik-Pellets geladen.

Die winzigen Plastikkügelchen sind eine Gefahr für das Meeresleben, wenn sie ins Meer schwimmen und zerfallen, erklärte Umweltschützer Prof. Jagath Gunawarnadena der BBC. Viele Mikroplastikfragmente würden freigesetzt.

Sri Lanka: Traumstrand mit Öl und Plastik völlig verschmutzt.
Sri Lanka: Traumstrand mit Öl und Plastik völlig verschmutzt. © ISHARA S. KODIKARA/afp

Sri Lanka: Vor der Küste brennt ein Containerschiff mit Chemikalien

Das Feuer war bereits am 20. Mai ausgebrochen, als das Schiff auf die Einfahrt in den Hafen von Colombo wartete. Grund war vermutlich ein undichter Salpetersäure-Behälter. Die 25 Besatzungsmitglieder konnten in Sicherheit gebracht werden.

Dicke Rauchschwaden sind zu sehen. Das Containerschiff vor der Küste Sri Lankas brennt seit Tagen.
Dicke Rauchschwaden sind zu sehen. Das Containerschiff vor der Küste Sri Lankas brennt seit Tagen. © ISHARA S. KODIKARA/afp

Gegen den Kapitän des Schiffes haben die Behörden laut BBC Anzeige erstattet. Die Besatzung habe bereits vor Eintritt in die Gewässer Sri Lankas von einem Salpetersäure-Leck an Bord des Schiffes gewusst. Auch das Feuer hätte vermieden werden können, wenn rechtzeitig gehandelt worden wäre.

Besonders bitter: Der in Singapur registrierten „X-Press Pearl“ war zuvor von Katar als auch von Indien die Einfahrt verweigert worden. (ml/afp)

Ein Foto eines Jungen aus Brasilien sorgte 2020 für Entsetzen. In einem Plastiksack steht er ölverschmiert im Meer. Für Schlagzeilen sorgte im Herbst 2020 ein Öl-Desaster vor Mauritius.

Auch interessant

Kommentare