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Mit dieser Todesanzeige würdigten "Kameraden" das ehemalige Mitglied der SS.

Würdigung für "Untersturmführer"

SS-verherrlichende Todesanzeige sorgt für Shitstorm

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Wien - Wegen einer mit einem Spruch der von Nazis gegründeten Schutzstaffel versehenen Todesanzeige für einen verstorbenen "SS-Untersturmführer" musste sich eine österreichische Zeitung entschuldigen.

Der Verstorbene wurde in der österreichischen "Kleinen Zeitung" als "Freund und Kamerad" mit dem leicht abgeänderten SS-Motto "Seine Ehre hieß Treue" gewürdigt und verharmlosend als Mitglied einer "Erlebnisgeneration" bezeichnet. Sein Geburts- und Sterbedatum war mit sogenannten "Lebensrunen" versehen, wie es im Dritten Reich auf Gräbern von Soldaten üblich war.

Die Junge Linke Österreich empörte sich über "derart unverhohlene SS-Propaganda", Leser des Blattes äußerten sich auf dessen Facebook-Profil entsetzt: "Seid ihr noch ganz bei Verstand?", war etwa zu lesen. "Ich bin angeekelt, entsetzt und sprachlos", schrieb Michael S. Viele andere formulierten es ähnlich, drohten mit der Kündigung ihres Abos und forderten eine Stellungnahme zur Todesanzeige für ein Mitglied einer Nazi-Vereinigung, die unzählige Kriegsverbrechen plante und beging.

So entschuldigt sich die "Kleine Zeitung"

Der Chefredakteur der in Graz erscheinenden "Kleinen Zeitung", die mit einer Auflage von rund 280.000 die zweitgrößte Kauftageszeitung der Alpenrepublik ist, bezeichnete den Abdruck als "fürchterlichen Fehler“. "Wir bitten konsterniert um Entschuldigung", schrieb Hubert Patterer am Sonntag.

Man werde nun die "Feuerwand“ zwischen Anzeigen und Redaktion überprüfen. Denn bisher bekomme die Redaktion Anzeigen vor dem Druck nicht zu Gesicht. "Was die Todesanzeigen betrifft, müssen wir dies hinterfragen und eine zweite Revisionsebene einziehen."

dpa/hn

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