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Eine Frau zusammen mit ihrem Baby in einer temporären Schutzunterkunft in Les Cayes, Haiti. Foto: Orlando Barría

Opferzahl weiter unklar

Staatstrauer für Hunderte Hurrikan-Opfer in Haiti

"Matthew" hat in dem armen Karibikstaat Hunderte Menschen in den Tod gerissen. Das ganze Ausmaß lässt sich noch immer nicht absehen. Rettungskräfte erreichen nur langsam die am stärksten betroffene Region. Die UN-Blauhelme sehen auch eine Umweltkatastrophe.

Port-au-Prince (dpa) - Haiti trägt Trauer: Angesichts Hunderter Todesopfer und massiver Zerstörungen durch Hurrikan "Matthew" hat die haitianische Regierung eine dreitägige Staatstrauer bis Dienstag angeordnet. Das Land teile den Schmerz der Eltern und Freunde der Toten, sagte Interimspräsident Jocelerme Privert.

In dem schweren Wirbelsturm kamen nach Angaben des Zivilschutzes mindestens 336 Menschen ums Leben. In verschiedenen Medien war von deutlich mehr Todesopfern die Rede. Rettungskräfte vor Ort sagten der Deutschen Presse-Agentur, sie rechneten damit, dass die Zahl der Toten noch steigen werde.

"Es ist ein Desaster. Was wir bei unserem Rundflug über das Katastrophengebiet gesehen haben, lässt sich mit Worten nicht beschreiben", sagte Privert. "Die Leute haben ihr Obdach verloren, sie haben nichts zu essen und nichts zu trinken. Wir müssen jetzt schnell helfen."

Papst Franziskus sprach den betroffenen Menschen sein Mitgefühl aus. "Schmerzvoll habe ich die Nachrichten von den schweren Folgen des Hurrikans empfangen, der in den vergangenen Tagen die Karibik und besonders Haiti heimgesucht hat, der viele Opfer und Obdachlose und darüber hinaus gewaltige Sachschäden hinterlassen hat", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom.

Hurrikan "Matthew" hatte den Südwesten Haitis am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Häuser wurden zerstört, Bäume knickten um, Straßen wurden überschwemmt. Die besonders stark betroffene Region im Südwesten wurde vom Rest des Landes abgeschnitten.

"Mehr als 1800 Häuser wurden überflutet, Hunderte komplett zerstört", sagte der Kommandeur der UN-Blauhelmmission Minustah, General Ajax Porto Pinheiro, nach einem Rundflug über das Gebiet. "Kokospalmen wurden entwurzelt, Bananenplantagen zerstört - es ist auch eine Umweltkatastrophe."

Internationale Organisationen und die haitianischen Behörden schafften Hilfsgüter in die Region. Die US-Marineinfanterie flog Lebensmittel des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen in die Städte Jérémie und Les Cayes. Blauhelmsoldaten versuchten, die Straßen in das Katastrophengebiet wieder freizumachen.

Die US-Entwicklungshilfeagentur USAID wollte über 480 Tonnen Hilfsgüter nach Haiti fliegen - darunter 40 000 Decken und 20 000 Hygiene-Sets. Kuba, Kolumbien und Venezuela schickten Material und Ärzteteams in das Katastrophengebiet.

"Die Gefahr von Seuchen ist jetzt sehr hoch. Es gibt viel stehendes Wasser, und die Leute sind sowieso schon körperlich geschwächt", sagte der Projektkoordinator des Arbeiter-Samariter-Bundes, Alexander Mauz, der Deutschen Presse-Agentur am Wochenende per Telefon aus Port-au-Prince. "Die Menschen müssen möglichst schnell mit sauberem Trinkwasser versorgt werden."

Minustah auf Twitter

Mitteilung USAID

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