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Seifenblasen sind im Weltall deutlich stabiler als auf der Erde.

Nadelstiche ohne Wirkung

So stabil sind Seifenblasen im Weltall

New York - Seifenblasen leben im All deutlich länger als auf der Erde - und ein Nadelstich macht ihnen in der Schwerelosigkeit nichts aus.

Zu diesem erstaunlichen Ergebnis kam der deutsche Astronaut Alexander Gerst bei einem Versuch auf der Internationalen Raumstation ISS, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Mittwoch in Köln mitteilte. Auf der ISS "überlebten" die von Gerst produzierten Seifenblasen laut DLR im Durchschnitt eine Minute, während die im Zuge des Experiments erzeugten Seifenblasen auf der Erde nach durchschnittlich 20 bis 30 Sekunden unter Einwirkung der Schwerkraft zerplatzen. "Die sind schon sehr stabil", wunderte sich der deutsche Esa-Astronaut bei seinem Experiment im europäischen ISS-Forschungslabor "Columbus".

Das Experiment, von dem das DLR auch ein Video auf seine Homepage gestellt hat, hatte sich im Schülerwettbewerb "Aktion 42" des DLR, der europäischen Weltraumorganisation Esa und der Stiftung "Jugend forscht" als Gewinnervorschlag durchgesetzt.

Grund für das längere Durchhaltevermögen von Seifenblasen im Weltall ist nach DLR-Angaben, dass dort keine Erdanziehungskraft an den Bestandteilen der Seifenblase zieht. Deren Hülle, die aus einer Wasserschicht zwischen zwei Seifenschichten besteht, kann daher stabil bleiben. Auf der Erde hingegen läuft die Wasserschicht der Hülle in Richtung Boden und sammelt sich am unteren Ende - oben besteht die Seifenblase dann nur noch aus den beiden äußeren Seifenschichten. Die Hülle wird immer dünner, bis sie schließlich reißt und die Seifenblase platzt.

Ihre deutlich größere Stabilität bewiesen die Seifenblasen auf der ISS auch in weiteren Versuchen: Selbst eine Sicherheitsnadel, die Gerst direkt in die Hülle stach, brachte die Seifenblasen nicht zum Platzen. "Die Wand der Seifenblase ist unter Schwerelosigkeit einfach dicker und gleichmäßiger als auf der Erde", erläuterte Matthias Sperl vom DLR-Institut für Materialphysik im Weltraum, der das Seifenblasen-Experiment vom Boden aus betreute.

AFP

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