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Wie Luke Skywalkers Heimat: Forscher mit neuer Methode zum Nachweis von Planeten mit zwei Sonnen

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Von: Max Partelly

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Kepler-16b hat zwei Sonnen, wie der fiktive Planet Tatooine im Star Wars Universum.
(Illustration) Kepler-16b hat zwei Sonnen, wie der fiktive Planet Tatooine im Star Wars Universum. © dpa/NASA/JPL-Caltech

Tatooine ist der fiktive Heimatplanet von Luke Skywalker - mit zwei Sonnen. Forscher haben nun eine neue Methode, reale Planeten dieser Art nachzuweisen.

Frankreich - 245 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt der Exoplanet Kepler-16b. Er ist einer der Planeten, die nicht um eine Sonne kreist, sondern um zwei Sterne - wie der fiktionale Heimatplanet von Luke Skywalker in der weltweit bekannten Science-Fiction-Saga Star Wars. Erstmals konnten Forscher nun den real existierenden Planeten von der Erde aus mit einem Teleskop beobachten und mit der Radialgeschwindigkeitsmethode nachweisen, berichtet das Wissenschaftsmagazin scinexx.

Das All ist ein Ort in dem noch viele Geheimnisse darauf warten, entdeckt, erforscht und verstanden zu werden. Erst kürzlich konnte ein Wasserkreislauf auf einem sogenannten heißen Jupiter erforscht werden, auf dem es sogar Edelsteine regnen könnte. Auch die Forschung zum Sauerstoffgewinn auf fremden Planeten wie dem Mars macht Fortschritte, Siedlungen außerhalb der Erde sind derzeit aber noch nicht möglich.

Eine besondere Eigenschaft von Kepler-16b ist, dass er knapp innerhalb der habitablen Zone der Umlaufbahn um seine beiden Sterne liegt. Bereits bei seiner Entdeckung im Jahr 2011 sorgte der Planet mit den zwei Sonnen für Aufsehen. Offenbar ist dabei aber nicht klar, ob eine Besiedlung überhaupt möglich wäre, da der Planet eventuell ein Gasriese sein könnte und auf seiner Oberfläche Temperaturen um die -80 Grad Celsius herrschen.

Tatooine-Planet ist seit 2011 bekannt: Jetzt konnte er beobachtet werden

Einem französischen Team von Wissenschaftlern ist es nun gelungen, Planeten Kepler-16b in seiner Umlaufbahn um zwei Sterne über den Einfluss seiner Schwerkraft nachzuweisen. Dies war bislang nicht gelungen. Vom Observatorium von Haute Provence in Frankreich aus wurde der Doppelstern mit dem sogenannten zirkumbinären Planeten mittels Spektrograf beobachtet. Das Vorgehen der Wissenschaftler einfach ausgedrückt: Es wurde darauf geachtet, ob die beiden Sterne im Zentrum der Umlaufbahn des Doppelstern-Planeten von dessen Schwerkraft beeinflusst werden - das Augenmerk lag auf einem leichten Taumeln der Sterne.

Aufwendige Analysen waren notwendig, aber mit ihnen gelang es dem Forscherteam ein solches Taumeln nachzuweisen - und das, obwohl die Sterne Störsignale erzeugen und die Schwerkraft des Planeten nur in sehr geringem Maß auf sie wirkt. Bisher konnte die Existenz von Kepler-16b nur über die sogenannte Transit-Methode nachgewiesen werden, welche nur anwendbar ist, wenn sich ein Planet in seiner Umlaufbahn direkt zwischen seinen Sternen und der Erde hindurchbewegt.

Neue Nachweismethode könnte Basis für Entdeckung weiterer Tatooine-Planeten bilden

Durch den Nachweis dieser Art des Tatooine-Planeten Kepler-16b können nun auch möglicherweise ähnliche Planeten mit zwei oder mehr Sonnen gefunden werden, die bislang unentdeckt blieben. Dass die Menschheit mit dieser Neuerung jedoch in ferner Zukunft auf einem Planeten auf zwei Sonnen am Himmel blicken können wird, ist aber zumindest für den Moment noch pure Science-Fiction. (mda) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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