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Prozess gegen mutmaßlichen Steinewerfer auf der A7

Versuchter Mord

Steinewerfer von der A7 zu Gefängnis verurteilt

Ellwangen - Der mutmaßliche Steinewerfer von der A7 ist wegen versuchten Mordes zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. 

Das Landgericht Ellwangen ordnete am Dienstag zugleich die Unterbringung des Mannes in einer geschlossenen Psychiatrie an.

Der 37-Jährige hatte im September vergangenen Jahres einen 12 Kilo schweren Betonpflasterstein von einer Brücke bei Giengen an der Brenz (Baden-Württemberg) auf die Autobahn 7 geworfen. Kurz danach prallte der Wagen einer vierköpfigen Familie dagegen. Das Auto überschlug sich. Die Eltern und die Kinder wurden schwer verletzt, die Mutter ist bis heute teils gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Beim Angeklagten waren schwere seelische Störungen festgestellt worden.

Das Gericht sah den Vorwurf des versuchten vierfachen Mordes sowie der schweren Körperverletzung als erwiesen an. Zudem wurde der Mann auch unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte insgesamt 12 Jahre und 9 Monate Haft beantragt. Die Verteidigung hatte gefordert, die psychische Erkrankung stärker zu berücksichtigen und den Mann wegen Körperverletzung zu verteilen.

Gefährliche Unfälle

Steine, Gullydeckel, Beton- und Holzklötze - immer wieder werfen Menschen Gegenstände von Brücken auf fahrende Autos und verursachen damit schwere Unfälle. Einige Beispiele:

  • August 2016: Im Süden Dänemarks stirbt eine Deutsche, als Unbekannte einen Betonklotz auf das Auto der Familie aus Nordrhein-Westfalen werfen. Ihr Ehemann erleidet schwere Kopfverletzungen.
  • März 2008: Von einer Brücke über die A 29 bei Oldenburg in Niedersachsen wird ein schwerer Holzklotz geworfen. Er durchschlägt die Windschutzscheibe eines Autos und tötet eine Frau vor den Augen ihres Mannes und ihrer beiden Kinder. Ein Gericht verurteilt den Täter wegen Mordes zu lebenslanger Haft.
  • Februar 2000: Drei Schüler töten bei Darmstadt (Hessen) zwei Frauen mit einem schweren Brocken und einem Pflasterstein. Das Urteil: Zwischen sieben und achteinhalb Jahren Haft.

dpa

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