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Stephen Hawking ist der geniale Kopf hinter dem Projekt „Breakthrough Starshot“.

Per Laserkanone in ferne Galaxien

Physik-Genie und Milliardär: Mit Mini-Raumschiffen auf Alien-Suche

New York - Ihr Plan klingt wie Science Fiction: Der britische Kosmologe Stephen Hawking (74) und der russische Milliardär Juri Milner (54) haben vor, in den Tiefen des Alls nach intelligentem Leben zu forschen.

Es sei an der Zeit, dass die Menschheit den nächsten großen Sprung in ihrer Geschichte wage, sagten Physiker und Investor Milner vor Journalisten am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts „Breakthrough Starshot“ in New York vor. Neue Technologien bieten seiner Einschätzung nach die Chance. 

Heutige Weltraummissionen seien "zu langsam", sagte Milner bei der Pressekonferenz, die passenderweise auf der Aussichtsplattform des One World Trade Centers in Manhattan stattfand - am 55. Jahrestag der historischen Mission von Juri Gagarin. Der russische Kosmonaut war am 12. April 1961 für 108 Minuten ins All geflogen. "Wie werden wir schneller, wie kommen wir weiter hinaus?", sei die entscheidende Frage. 

Erstes Ziel soll Alpha Centauri sein - das mit 4,37 Lichtjahre oder 41,3 Billionen Kilometer quasi gleich um die Ecke liegende Nachbarsternensystem der Erde, wie die beiden Visionäre ankündigten. Die superleichten Miniraumschiffe, von denen jedes nicht größer als ein Handy sein soll, könnten die Strecke in 20 Jahren bewältigen. Mit den derzeit existierenden Raumschiffen würde es dagegen etwa 30.000 Jahre dauern. 

Laser schießt interstellare Segelboote ins All

Die Miniraumschiffe könnten nach den Worten Milners, einer der Gründungsinvestoren beim Sozialnetzwerk Facebook, eine Geschwindigkeit von 60.000 Kilometer pro Sekunde erreichen, also etwa 20 Prozent der Lichtgeschwindigkeit; Licht durchläuft in der derselben Zeit knapp 300.000.000 Meter. Das Projekt soll mit dem Bau eines riesigen Lasers starten, das die "interstellaren Segelboote", wie Milner sie nannte, antreiben soll.

Das Team will dabei nach außerirdischem Leben suchen - aber nicht ausschließlich: „Die Erde ist ein wundervoller Ort, aber das könnte nicht immer so bleiben“, sagte der seit Anfang der 60er Jahre an Amyotrophe Lateralsklerose erkrankte Hawking einer Pressemitteilung zufolge. „Früher oder später müssen wir zu den Sternen schauen.“ Der im Rollstuhl sitzende langjährige Lehrstuhlinhaber an der Universität Cambridge fügte hinzu: "Ich glaube, es macht uns einzigartig, dass wir unsere Grenzen überschreiten."

Das soll Projekt „Breakthrough Starshot“ kosten

Die "Sternenschiffe" - mit Mikrosegeln ausgerüstete Raumschiffe - basierten auf bereits verfügbarer oder wahrscheinlich in naher Zukunft zur Verfügung stehender Technik. Aber wie bei der Mondlandung vor Jahrzehnten gebe es noch zahlreiche Probleme zu lösen. Milner will eine Anschubfinanzierung von 100 Millionen Dollar (fast 90 Millionen Euro) zur Verfügung stellen. Die Gesamtkosten des Mega-Projekts bezifferte er auf fünf bis zehn Milliarden Dollar.

Daten und Erkenntnisse des Projekts sollen für jedermann offen zugänglich sein. Nach Angaben des Teams wurde bereits Kontakt mit der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa aufgenommen. Auch mit den Europäern will es zusammenarbeiten. Mit an Bord sind Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und ein internationales Team von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Astronauten.

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Milner finanziert auch den „Breakthrough Prize“, einen der höchstdotierten Preise für Wissenschaftler, der jährlich in drei Kategorien verliehen wird. 2015 startete der Russe außerdem das 100-Millionen-Dollar-Projekt „Breakthrough Listen“, das mit Teleskopen nach Signalen von intelligentem Leben außerhalb unseres Sonnensystems fahndet.

Superhelden: Stephen Hawking

dpa/afpaf

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