Eine Sternschnuppe leuchtet neben der Milchstraße am Himmel über dem Walchensee.
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Fast das ganze Jahr über sind Sternschnuppen am Himmel zu beobachten.

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Sternschnuppen 2021: Alle Meteorschauer des Jahres im Überblick

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Auch 2021 erleuchten immer wieder Sternschnuppen den Himmel. Wir zeigen Ihnen in einer Übersicht, wann Sie welche Meteorschauer beobachten können.

Wer eine Sternschnuppe am Himmel entdeckt, schätzt sich in der Regel glücklich – schließlich wird ihnen nachgesagt, dass sie Wünsche erfüllen. Aber was genau ist eigentlich eine Sternschnuppe – und wie entstehen sie? All das und wann sie die Lichtschweife beobachten können, erfahren Sie hier.

Was sind Sternschnuppen?

Sternschnuppen sind Leuchterscheinungen – auch Meteore genannt –, die mehrmals im Jahr entstehen und unter guten Bedingungen am Himmel zu sehen sind. Sie können eine Geschwindigkeit von bis zu 72 Kilometern pro Sekunde erreichen und werden ab einer Höhe von 80 bis 120 Kilometern sichtbar. Das ganze Jahr über entstehen die unterschiedlichsten Sternschnuppen, die Namen wie Ursiden oder Lyriden tragen. Da sich die Umlaufbahnen von Erde und Komet um die Sonne kaum verschieben, tauchen die Sternschnuppen jedes Jahr in einem ähnlichen Zeitraum auf und lassen sich gut vorhersagen. Die Quadrantiden werden zum Beispiel zum Jahreswechsel sichtbar, während die Perseiden im Sommer auftauchen.

Sternschnuppen: Wie enstehen die Lichterscheinungen?

Sternschnuppen entstehen, wenn winzige Partikel auf die Erdatmosphäre treffen. Bei ihnen handelt es sich um Stückchen aus Gestein und Metall, die von Asteroiden abbrechen und dann im Sonnensystem umherfliegen. Ab dann werden sie Meteoroiden genannt. Sie können aber auch von Kometen stammen: Diese kann man sich wie Schnee- oder Eisbälle vorstellen, in deren Inneren Steine eingeschlossen sind. Wenn so ein Komet in die Nähe der Sonne kommt, verdampft ein Teil des Eises, sodass Gesteinsbrocken und Staub freigesetzt werden. Auch diese Teile werden dann als Meteoroiden bezeichnet.

Sobald die Erde auf ihrem Weg um die Sonne die Umlaufbahn eines Kometen und seinen Meteoroidenschweif kreuzt, verglühen diese an der Erdatmosphäre. Die winzigsten Teilchen in diesem Schweif sind mit einer Größe von ungefähr einen Millimeter bis einen Zentimeter so klein, dass sie dabei verdampfen. Was wir dann tatsächlich als Sternschnuppe wahrnehmen, sind zum großen Teil die Luftmoleküle, die durch die Staubteilchen entlang der Sternschnuppenbahn ionisiert werden. Auch größere Körper, die wie Leuchtkugeln über den Himmel ziehen, befinden sich manchmal unter den Sternschnuppenschwärmen – sie werden als Boliden bezeichnet.

Sternschnuppen 2021: Wann sind sie am Himmel zu sehen?

SternschnuppenZeitraumMaximumOrt
Quadrantiden 1. Januar bis 5. Januar 20213. JanuarNordhalbkugel
Lyriden16. April bis 25. April 202122. AprilWeltweit
Arietiden 22. Mai bis 2. Juli 20217. Juni 2021Europa
Eta-Aquariiden19. April bis 28. Mai 20216. Mai 2021Weltweit
Delta-Aquariiden12. Juli bis 19. August 202128. Juli 2021Südhalbkugel
Perseiden17. Juli bis 24. August 202112. August 2021Nordhalbkugel
Orioniden2. Oktober bis 7. November 202121. Oktober 2021Weltweit
Leoniden12. November bis 21. November 202117. November 2021Weltweit
Geminiden 4. Dezember bis 17. Dezember 202113. Dezember 2021Weltweit
Ursiden17. Dezember bis 26. Dezember22. Dezember 2021Nordhalbkugel

Sternschnuppen in Deutschland 2021 in der Übersicht

Wir haben für Sie zusammengefasst, welche Sternschnuppen Sie 2021 in Deutschland sehen können. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Himmelereignissen:

Diese Bedeutungen werden Sternschnuppen nachgesagt

Sternschnuppen wurden im Laufe der Zeit unterschiedlichste Bedeutungen beigemessen. So besagt ein gängiger Glaube, dass jeder, der eine Sternschnuppe sieht, einen Wunsch erfüllt bekommt – sofern er diesen nicht verrät. Dieser Gedanke hat sich vermutlich daraus entwickelt, dass die Menschen in den Lichtfunken früher göttliche Wesen sahen. Die Sternschnuppen am Himmel wurden als Dochte von Himmelskerzen angesehen, die den Engeln beim Putzen heruntergefallen waren. Daher stammt auch der Begriff Sternschnuppe. Im Mittelalter wurden nämlich Kerzen „geputzt“, indem man den Docht abschnitt. Dieser Docht wurde als „Schnuppe“ bezeichnet. Die Menschen haben beim Anblick der Sternschnuppen auf einen Beistand der göttlichen Wesen gehofft.

Aber nicht überall stehen die Sternschnuppen für Gutes: In der Mongolei stellen sie ein dunkles Omen dar – sie zeigen sich, wenn sich die Seele eines Verstorbenen auf den Weg ins Jenseits begibt. Die Ureinwohner der Andamanen-Inseln sehen in den Lichtschweifen hingegen brennende Fackeln, mit denen böse Geister auf Jagd nach Menschen begeben, die sich nachts im Freien aufhalten. Im Mittelalter sahen die Christen die Erscheinungen als göttliche Mahnungen. Der Halleysche Komet 1066 wurde zum Beispiel als Vorbote für die Eroberung Englands durch die Normannen gedeutet.

Sternschnuppen 2021: Das sind die idealen Bedingungen zur Beobachtung

Wer auf „Sternschnuppenjagd“ gehen will, braucht dafür gute Bedingungen. Dazu hat Dr. Carolin Liefke, vom Haus der Astronomie in Heidelberg ein paar Tipps: Zum Beispiel sei es wichtig, dass der Radiant, also der Punkt am Himmel, von dem die Sternschnuppen augenscheinlich kommen, direkt über Ihnen steht. Diese Radianten können je nach Sternschnuppe in unterschiedlichen Sternbildern liegen. Der Radiant der Perseiden liegt zum Beispiel im Sternbild Perseus. Machen Sie sich also mit den Sternbildern vertraut, um die Sternschnuppen leichter am Himmel zu entdecken.

Außerdem sollten Sie sich einen Ort suchen, an dem nur wenig Helligkeit und Ablenkung durch Lichter besteht – also eher abseits von Städten oder an Tagen, wo kein Vollmond herrscht. Viele Sternschnuppen sind nämlich eher lichtschwach, sodass diese schnell übersehen werden können. Darum sollten Sie sich den Tag aussuchen, an dem die höchste Aktivität besteht (s. Tabelle). Auch ein günstiges Wetter spielt eine Rolle bei der Sternschnuppenbeobachtung – ein klarer Himmel ist essenziell, um die Lichtschweife gut sehen zu können. (fk)

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