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Steuererklärung selbst gemacht: Sortieren Sie Ihre Unterlagen und tragen Sie die Daten in ein Programm am Computer ein.

Steuererklärung für Einsteiger: Mehr Netto vom Brutto

Viele Menschen drücken sich vor der Steuererklärung. Doch die Mühe lohnt sich: Die meisten Deutschen bekommen vom Finanzamt Geld zurück. Beachten Sie ein paar Grundregeln, dann ist das Ausfüllen der Formulare gar nicht so schwer.

Ihr Arbeitgeber führt Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer direkt ans Finanzamt ab. Dadurch verringert sich Ihr Einkommen. Wenn Sie wissen wollen, wie viel nach dem Abzug der Steuern von Ihrem Gehalt übrigbleibt, nutzen Sie zum Beispiel einen Brutto-Netto-Rechner.

Den meisten Arbeitnehmern wird zu viel Geld abgezogen. Viele Ausgaben lassen sich von der Steuer absetzen. Durch eine Steuererklärung können sie ihr Jahreseinkommen steigern. Das Statistische Bundesamt hat ermittelt: Neun von zehn Steuerzahlern bekommen Geld zurück – im Schnitt 850 Euro.

Steuererklärung Schritt für Schritt

Schritt 1: Sammeln Sie wichtige Unterlagen. Sie erhalten zum Beispiel eine Bescheinigung Ihres Arbeitgebers, in der Ihr Lohn, die gezahlten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge ausgewiesen sind. Zudem schicken Banken und Versicherungen Ihnen am Anfang des Jahres Versicherungsbelege. Heben Sie wichtige Quittungen und Rechnungen auf, um Ihre Ausgaben belegen zu können. Alle diese Dokumente heften Sie sorgfältig ab, damit Sie sie für die Steuererklärung parat haben.

Schritt 2: Besorgen Sie sich die Formulare für die Steuererklärung. Diese erhalten Sie gratis beim Finanzamt oder im Internet. Nützlich sind auch Steuerprogramme, mit denen Sie Ihre Steuererklärung am Computer selbst erstellen und über das Internet an das Finanzamt übermitteln können.

Schritt 3: Sortieren Sie die Belege für Ihre Ausgaben des letzten Jahres. Machen Sie am besten vier Stapel:

  • Werbungskosten: Legen Sie alle Belege rund um den Job auf einen Stapel. Dazu gehören zum Beispiel Rechnungen für Arbeitsmaterialien, Weiterbildungen und Dienstreisen. Sie bekommen auch die Mehrwertsteuer für Ihren Arbeitscomputer oder für die Kinderbetreuung erstattet. 1.000 Euro werden pauschal anerkannt, alles darüber hinaus muss durch Belege bewiesen werden. Die Fahrtkosten in die Arbeit dürfen Sie ohne Nachweis abrechnen. Die Pendlerpauschale legt 30 Cent pro Kilometer fest. Sind Sie an 230 Tagen 15 Kilometer zur Arbeit gefahren, erhalten Sie mehr als 1.000 Euro zurück.
  • Sonderausgaben: Auf dem zweiten Stapel ordnen Sie Sonderausgaben wie Kirchensteuer, Ausgaben für die Altersvorsorge und Spenden oder Mitgliedsbeiträge an gemeinnützige Vereine, Hochschulen oder Parteien.
  • Außergewöhnliche Belastungen: Das Finanzamt erstattet Ausgaben für Krankheiten oder eine Scheidung zurück. Sammeln Sie deshalb Rechnungen für Behandlungen und Medikamente sowie Forderungen Ihres Rechtsanwalts.
  • Haushaltsnahe Dienste: Einen Bonus bei der Steuererklärung gibt es auch für Ausgaben für Handwerker und Haushaltshilfen. Wenn Sie zum Beispiel einen Maler beauftragt haben, um Ihre Wohnung zu renovieren, bekommen Sie 20 Prozent der Arbeitskosten – nicht des Materials – vom Finanzamt zurück. Maximal ist dadurch eine Steuerersparnis von 1.200 Euro drin. Die Rechnung und den Überweisungsbeleg müssen Sie nur auf Anforderung vorlegen.

Schritt 4: Füllen Sie die Steuererklärung aus. Rechnen Sie Ihre Ausgaben für jeden Posten zusammen, tragen Sie die Informationen in das Formular ein und schicken Sie die Steuererklärung ab. Stichtag ist der 31. Mai. Bis zu diesem Datum müssen Ihre Unterlagen in der Regel dem Finanzamt vorliegen.

Hilfe bei der Steuererklärung

Wenn Sie sich nicht alleine an die Formulare trauen, können Sie sich Hilfe bei einem Lohnsteuerverein holen. Adressen zu Vereinen in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website des Bundesverbandes der Lohnsteuervereine. Die Mitgliedschaft kostet je nach Höhe Ihrer Einnahmen zwischen 40 und 400 Euro im Jahr. Das ist aber meistens immer noch billiger als einen Steuerberater zu beauftragen.

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