Stichwort: Wachkoma

- Hamburg - Patienten im Wachkoma haben zwar die Augen geöffnet, ihr Blick geht jedoch ins Leere. Sie haben nach Auskunft von Ärzten kein Bewusstsein und können weder emotionalen Kontakt aufnehmen noch Aufforderungen befolgen. Während die lebenswichtigen Zentren des Gehirns noch funktionieren, ist die Großhirnrinde ausgefallen. Das Großhirn ist Sitz des Bewusstseins, Verstandes und Gedächtnisses.

Das Wachkoma (apallisches Syndrom) tritt meist als Folge eines schweren Sauerstoffmangels im Hirn auf. Zu den Ursachen zählen Hirnverletzungen oder -entzündungen, Vergiftungen, Herz- oder Atemstillstand und Schlaganfall.
Wachkomapatienten führen automatische Bewegungen aus wie Greifreflexe, Saugen, Lecken der Lippen und Schmatzen. Ihre Ausscheidungen können sie jedoch nicht kontrollieren. Behandeln lässt sich nur die Grunderkrankung, die zum Wachkoma geführt hat. Darüber hinaus werden Wachkomapatienten künstlich ernährt und bekommen Krankengymnastik sowie einen Blasenkatheter.

Eine Rückkehr des Bewusstseins gilt nach mehr als drei Monaten als eher unwahrscheinlich. Die meisten Patienten sterben nach zwei bis fünf Jahren nach Komplikationen wie Lungen- oder Harnwegsinfektionen.

Wird die künstliche Ernährung wie bei der US-Patientin Terri Schiavo beendet, sterben die Patienten am ehesten durch Flüssigkeitsmangel. Durst oder Schmerzen verspüren sie dabei nach Auskunft des Internisten Prof. Ansgar Lohse vom Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf nicht. Ihm zufolge dauert es dann etwa zwei bis drei Wochen bis ein solcher Patient stirbt.

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