Rätsel um prähistorische Stätte

Stonehenge: Mysteriöses Geheimnis um Felsen gelöst

Über die riesigen Steine von Stonehenge zerbrechen sich Forscher seit Jahrhunderten den Kopf. Nun scheint wohl eins der vielen Rätsel um die Megalith-Steine gelöst und widersprechen einer alten Theorie.

Stonehenge: Der Steinkreis im Süden Englands zieht Menschen magisch in den Bann.
  • Stonehenge im Süden Englands in der Grafschaft Wiltshire (GB) zieht Besucher magisch in den Bann.
  • Um den Steinkreis und die tonnenschweren Megalithen ranken sich zahlreiche Legenden.
  • Forscher haben nun eine verblüffende Entdeckung gemacht, woher die Felsbrocken von Stonehenge stammen.

Die Steine von Stonehenge wiegen bis 25 Tonnen und stehen seit Jahrtausenden in der Landschaft. Doch woher stammen die riesigen Felsblöcke? Mit einer neuen Technik haben Forscher nun die Megalith-Steine untersucht und wohl ein Rätsel gelöst. Im Fachmagazin Science Advances haben sie nun das Ergebnis einer Untersuchung veröffentlicht. Die kleineren sogenannten „Blausteine“ in der Mitte des Monuments stammen aus Wales und wurden über 200 Kilometer herangeschleppt. Das ist aus früheren Studien bekannt. Doch der Ursprung der riesigen Felsen, die Stonehenge ausmachen, war bislang umstritten. Nach den Untersuchungen sollen die Megalithen aus West Woods in Wiltshire stammen. Das Gebiet ist rund 25 Kilometer von Stonehenge entfernt.

„Ich glaube, wir hatten es hier mit einer sehr organisierten Gesellschaft zu tun“, sagte der Hauptautor der Studie, David Nash, über die Erbauer der Stätte. Nash geht davon aus, dass diese sich aus pragmatischen Gründen für den nahegelegenen Ort entschieden haben. Wie die Menschen in der Steinzeit in der Lage waren, die bis zu 30 Tonnen schweren Felsbrocken über eine Entfernung von 25 Kilometern zu transportieren, ist bislang unbekannt. Die vorherrschende Meinung geht davon aus, dass sie auf Schlitten gezogen wurden.

Mithilfe einer neuen Technik konnte das Team um Nash die chemische Zusammensetzung des Gesteins analysieren. Die Forscher setzten dafür tragbaren Röntgengeräte ein. Das Ergebnis: Die Felsen bestehen zu 99 Prozent aus Kieselerde und enthalten Spuren verschiedener anderer Sedimente. „Das zeigte uns, dass die meisten Steine eine gemeinsame Zusammensetzung haben“, erklärte Nash. Das habe zur Erkenntnis geführt, dass „wir nach einer Hauptquelle suchen“.

Stonehenge: Der Steinkreis aus der Steinzeit zieht die Menschen magisch an

Die neuen Ergebnisse untermauern die Theorie, dass die großen Felssteine zur gleichen Zeit nach Stonehenge gebracht wurden - um 2500 v. Chr. Das wiederum widerspricht einer früheren Vermutung, wonach ein als „Fersenstein“ bekannter Megalith aus der unmittelbaren Umgebung des Ortes stammt und noch vor den anderen Steinen errichtet wurde.

Stonehenge geben den Forschern seit Jahrhunderten Rätsel auf. Die gängigste Theorie für ihre Entstehung lautet, dass Menschen schon in der damaligen Zeit den astronomischen Kalender verstanden hätten. Die Steine von Stonehenge wurden demnach auf die Sonnenwende ausgerichtet. Jährlich besuchen mehr als eine Million Menschen Stonehenge. Für viele ist dieser Ort mystisch. Zur Wintersonnenwende und zur Sommersonnenwende wird dort ausgiebig gefeiert. Im Jahr 1986 wurde die Stätte in die Welterbeliste der UN-Kulturorganisation Unesco aufgenommen.(AFP/ml).

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