Straffreiheit für Drogen-Junkies?

Bochum - Bei der Suche nach der Todesdroge “Krokodil“ im Ruhrgebiet erwägt die Justiz Straffreiheit für Konsumenten. Doch nur unter einer Bedingung.

Die Junkies müssen als Zeugen aussagen. “Wir werden in solchen Fällen eine Einstellung der Verfahren sehr wohlwollend prüfen“, sagte der Bochumer Staatsanwalt Christian Kuhnert am Donnerstag. Das Betäubungsmittelgesetz erlaube das bei Selbstanzeigen ohne Schwierigkeiten.

In Bochum gibt es vier Verdachtsfälle der als hochgefährlich eingestuften Droge. Drogenärzte hatten bei den Abhängigen die typischen schweren gesundheitlichen Schäden gefunden, die bei dem aus Russland stammenden Drogenmix vielfach beschrieben wurden. Der giftige Stoff lässt zum Beispiel die Haut faulen. Ein toxikologischer Nachweis der Substanz im Körper von Süchtigen steht aber bisher aus. Er ist auch nur für wenige Tage nach der Einnahme möglich.

Bis zum Donnerstagmittag konnte die Polizei keine “Krokodil“-Konsumenten direkt befragen. Die Drogeneinnahme ist strafbar und die Ärzte der Suchthilfe geben wegen ihrer Schweigepflicht keine Personalien weiter. “Die Abhängigen wagen sich aus Angst vor Strafe nicht zu uns in die Höhle des Löwen“, sagte der Bochumer Polizeisprecher Jürgen Leimanzik. Ohne Schilderungen aus erster Hand sei die Gefahr aber schwer zu beurteilen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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