Straw: Keine britischen Truppen nach Darfur

- Khartum/Abuja - Der britische Außenminister Jack Straw ist am Dienstag in der sudanesischen Krisenregion Darfur eingetroffen, wo er sich ein Bild von der Lage machen wollte. Bei der Besichtigung eines Flüchtlingscamps im Norden der Region erklärte Straw, das Lager wirke relativ sicher.

Er drückte jedoch zugleich seine Besorgnis über die Situation in den umliegenden Dörfern aus. Vor seiner Ankunft hatte der Minister erklärt, er wolle die Regierung in Karthum mit seinem Besuch auch dazu bewegen, mehr gegen die arabischen Reitermilizen zu unternehmen, die die schwarzafrikanische Bevölkerung terrorisieren.

Zuvor hatte Straw nach Gesprächen in der sudanesischen Hauptstadt Karthum eine Entsendung britischer Truppen nach Darfur abgelehnt. «Es gibt keinen Plan, Truppen nach Darfur zu schicken», sagte Straw am späten Montagabend nach einem Treffen mit seinem sudanesischen Amtskollegen Mustafa Osman Ismail in Karthum. Jedoch werde London eine Schutztruppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützen. London stehe für jede Anfrage der AU bereit, sagte Straw.

Bei dem Treffen habe er sich auch über die Fortschritte der sudanesischen Regierung bei der Umsetzung des UN-Aktionsplans für Darfur erkundigt, sagte Straw. Der Weltsicherheitsrat hat Khartum ein Ultimatum bis zum 30. August gestellt, die arabischen Reitermilizen - die so genannten «Dschandschawid» - zu entwaffnen. Mit Unterstützung der sudanesischen Regierung sollen die arabischen Milizen nach UN- Schätzungen in den vergangenen 15 Monaten zwischen 30 000 und 50 000 Menschen getötet und rund eine Million aus Darfur vertrieben haben.

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