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Virologe Streeck warnt jetzt auch Geimpfte und Geboosterte - und legt sich auf Sommer-Prognose fest

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Von: Jennifer Lanzinger

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Die Corona-Zahlen haben in dieser Woche erstmals die 200.000 Marke geknackt, Virologe Hendrik Streeck warnt und blickt voraus.

Berlin - Die Corona-Neuinfektionen haben in dieser Woche erstmals die tägliche Marke von 200.000 geknackt, auch die Inzidenz erreichte neue Höchstwerte. Während die Pandemie somit ein nie zuvor dagewesenes Tempo aufgenommen hat, äußert der Virologe Hendrik Streeck seine Zweifel an einer allgemeinen Impfpflicht. Der Experte zeigt sich jedoch zuversichtlich vor dem Frühling, bis dahin müsse sich jedoch jeder noch einmal einschränken.

Corona-Zahlen steigen rasant: Streeck warnt auch Geimpfte - Experte legt sich auf Sommer-Prognose fest

Wie der Leiter des Virologischen Instituts der Uniklinik Bonn am Freitag im ZDF-“Morgenmagazin“ erklärt hatte, rate er zwar jedem, sich impfen zu lassen. Doch einer allgemeinen Impfpflicht stehe er nach wie vor „sehr, sehr skeptisch“ gegenüber. So sei es unklar, welche weiteren Corona-Varianten in der Zukunft noch auftreten würden, die Stiko müsse immer wieder neue Empfehlungen aussprechen. „Wir können die Schutzdauer und Schutzwirkung nicht vorhersagen“, so Streeck weiter. „Die Impfung ist im Grunde der Eigenschutz vor einem schweren Verlauf und das gehört in meinen Augen zur Gesundheitsvorsorge.“

Wie der Experte, der auch Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung ist, im ZDF-Morgenmagazin weiter erklärt, sei erst im Frühjahr mit sinkenden Corona-Fallzahlen zu rechnen. Bis sich allerdings die Entspannung der Situation einstelle, sei weiter Vorsicht geboten. So appelliert Streeck, dass gerade bei aktuell so hohen Infektionszahlen jeder, auch die Personen die bereits geimpft oder gar geboostert sind, noch einmal aufpassen sollten. Auch Kontakte sollten vermehrt beschränkt werden. „Es geht wirklich darum, jetzt nochmal diese Zeit zu überbrücken, bis wir eine Trendumkehr haben.“

Virologe Hendrik Streeck fordert bessere Datenerhebung - Steht uns ein entspannter Sommer bevor?

Doch damit nicht genug, forderte der Virologe eine bessere Datenerhebung in der Pandemie. Die entscheidende Kennzahl sei die Hospitalisierungsinzidenz. „Und da haben wir eine sehr schlechte Datenlage.“ Es seien Fortschritte bei der Digitalisierung und eine Einführung der elektronischen Patientenakte nötig, damit sofort erkannt werden könne, „wenn wir eine Überbelastung im Gesundheitssystem haben“, sagte Streeck. „Da muss nachgeschärft werden und in diesem Sommer müssen wir viele Dinge machen, viele Dinge nacharbeiten, dass wir nächsten Herbst und Winter nicht wieder in so etwas hinein steuern.“

Was den Sommer angeht lässt der Virologe in dem Interview eine deutliche Entspannung herausklingen, „das wird ein guter Sommer werden“, ist sich Streeck sicher.

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