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Bruno Schubert.

Streit um das Erbe des Bierkönigs

Frankfurt/Main - Die Stiftung des verstorbenen Frankfurter Bierkönigs Bruno Schubert will das Urteil im Streit über das Erbe ihres Gründers nicht hinnehmen. Die Witwe soll laut Gericht  die Millionen alleine erben.

Die Stiftung werde Berufung gegen die Entscheidung des Frankfurter Landgerichts einlegen, die 28-jährige Witwe Meharit Schubert als Alleinerbin einzusetzen, sagte Kuratoriumsvorsitzender Manfred Niekisch am Freitag. Ziel sei auch, Klarheit darüber zu schaffen, wo die Millionen des einstigen Eigentümers der Henninger Brauerei geblieben sind, sagte der Anwalt der Stiftung, Claus Vester.

Die Stiftung war ursprünglich als Erbin eingesetzt worden - mehrere Jahre bevor der ehemalige Eigentümer der Henninger Brauerei seine zweite Frau heiratete. Im Oktober vergangenen Jahres war Schubert im Alter von 90 Jahren gestorben. Schubert hatte nach Auffassung des Landgerichts den mit seiner ersten Frau Inge geschlossenen Erbvertrag wirksam widerrufen und seine junge zweite Frau als Erbin eingesetzt.

Vermögen von elf Millionen Euro

Welchen Umfang das Erbe des Frankfurter Ehrenbürgers hat, der 1979 aus dem Verkauf der Henninger-Brauerei einen dreistelligen Millionen-D-Mark-Betrag erlöst haben soll, ist unklar. Der Nachlassverwalter gehe von einem Vermögen von elf Millionen Euro aus, sagte Anwalt Vester. Allerdings seien die Steuerschulden vermutlich so hoch, dass davon nicht viel übrig bleiben werde. Dazu gehöre auch Schenkungssteuer für die Zuwendungen an Freundinnen, die Schubert stets großzügig bedacht habe. Sollte die Steuerschuld aus dem verbliebenen Geld nicht beglichen werden können, sei ein Antrag auf Nachlassinsolvenz denkbar, sagte Vester.

Der Stiftung gehe es nicht in erster Linie ums Geld, sondern vor allem um Aufklärung. Nur der rechtmäßige Erbe habe die Möglichkeit, alle Unterlagen einzusehen und zu erfahren, wo das Geld von Schubert geblieben ist. Die Stiftung arbeite ungestört weiter, sagte Kuratoriumsvorsitzender Niekisch. Ihr Vermögen, aus dem alle zwei Jahre ein mit 100 000 Euro dotierter Preis vergeben wird, sei nicht Teil der Erbmasse. Schubert hatte die Stiftung 1984 mit einem Kapital von einer Million D-Mark (511 300 Euro) gegründet.

dpa

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