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Gottesdienst-Schilder für die ''Kirche des fliegenden Spaghettimonsters''

Urteil kommende Woche

Wegweiser zur Nudelmesse: Streit um Schilder mit Spaghettimonster

Frankfurt/Oder - Die ''Kirche des fliegenden Spaghettimonsters'' ist eine Parodie auf Religionen mit einem ernsten Anliegen. Jetzt ist ein Streit über Hinweisschilder auf ihre ''Nudelmesse'' entbrannt.

Im Streit um Gottesdienst-Schilder für die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ im brandenburgischen Templin hat nun das Gericht das letzte Wort. Die Anhänger der Bewegung konnten sich am Mittwoch in einem Zivilverfahren am Landgericht Frankfurt (Oder) nicht gütlich mit dem Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen einigen. Daher soll nächsten Mittwoch, am 13. April, ein Urteil fallen.

Konkret geht es um die Aufstellung von Hinweisschildern an den vier Ortseingängen von Templin. Auf ihnen wird neben dem Abbild des glubschäugigen Spaghettimonsters die „Nudelmesse“ des Vereins für freitags um 10 Uhr angekündigt.

Der Anwalt der als Verein organisierten Spaghettimonster-Kirche, Winfried Rath, sagte: „Da wird von Seiten der Behörde bewusst gelogen.“ Der Verein pochte darauf, dass er mit dem Landesbetrieb 2014 in Gegenwart des Templiner Bürgermeisters Detlef Tabbert mündlich eine Vereinbarung geschlossen habe.

Rath stützte sich auf eine E-Mail des damaligen Regierungsdirektors des Landesbetriebes, Thomas Heyne, die auf diese Vereinbarung verweise. Und er beruft sich auf eine Richtlinie des Bundesverkehrsministeriums zur Aufstellung von Schildern der Religionsgemeinschaften an Bundes- und Landstraßen.

Dagegen bestritten die Vertreter der Landesbehörde eine Absprache - die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ sei zudem keine Religionsgemeinschaft im Sinne der Richtlinie. Die Landesbehörde betonte, der Templiner Bürgermeister habe dem Verein nur gestattet, die „Nudelmesse“-Schilder zeitweise bis zur endgültigen Klärung an Masten der Stadt zu hängen. „Lediglich in diese Regelung haben wir eingewilligt“, sagte Justiziarin Jaqueline Giemsa.

„Das Entgegenkommen der Stadt ist doch nur eine Zwischenlösung“, empörte sich der Templiner Vereinsvorsitzende Rüdiger Weida (65). Er kündigte an, weiter für die Gleichberechtigung der Weltanschauungsgemeinschaft „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ gegenüber etablierten Kirchen und Religionsgemeinschaften zu kämpfen. „Notfalls durch alle Instanzen“, sagte Weida. Nach seinen Angaben hat der Verein ausreichend Spenden für den Rechtsstreit gesammelt.

Das wollen die "Pastafari"

Rund 15.000 bis 20.000 „Pastafari“ genannte Anhänger gibt es Weidas Angaben nach in Deutschland. Mit der Zwischenlösung werde sich die „Kirche der fliegenden Spaghettimonster“ nicht zufrieden geben. „Wir wollen eine Gleichberechtigung der Weltanschauungen durchsetzen.“

Auch Rechtsanwalt Rath stellt sich darauf ein, dass der Schilderkrieg von Templin vor dem Oberlandesgericht Brandenburg (Havel) weitergehen könnte. Richterin Sabine Selbig ließ in ihren Ausführungen bereits durchklingen, dass sie der Auffassung des Landesbetriebes folgen könnte.

Bei der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ handelt es sich um eine sarkastische Parodie, 2005 von dem amerikanischen Physiker Bobby Henderson in die Welt gebracht, um die Schulbehörde im US-Staat Kansas zu verspotten. Die Behörde hatte festgelegt, dass im Biologieunterricht nicht nur Darwins Evolutionstheorie, sondern auch das fundamental-religiöse „Intelligent design“ gelehrt wird, nach dem Gott die Welt erschaffen hat. Hendersons fliegendes Spaghettimonster eroberte die Welt, vor allem die der Atheisten und Religions-Gegner, stößt allerdings auch immer wieder auf Unverständnis von Behörden.

Die Kirche der "Fliegenden Spaghetti-Monster"

dpa

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