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Die Behörden haben Schwierigkeiten, eine Grundversorgung der Bevölkerung wiederherzustellen. Foto: Jim Wyss

Nach Hurrikan "Maria"

Stromkrise in Puerto Rico: Teurer Energie-Vertrag gekündigt

Ein Zwei-Mann-Unternehmen bekommt einen 300-Millionen-Dollar-Vertrag zum Wiederaufbau des vom Hurrikan zerstörten Stromnetzes in Puerto Rico. Dass die Firma ihren Sitz im Heimatort des US-Innenministers hat, sei reiner Zufall. Nun stoppt Puerto Rico den umstrittenen Deal.

San Juan (dpa) - Mehr als einen Monat nach dem Hurrikan "Maria" ist die Karibikinsel Puerto Rico noch immer weitgehend ohne Strom. Jetzt hat die staatliche Elektrizitätsgesellschaft den Vertrag mit der Firma gekündigt, die die Versorgung wiederherstellen sollte.

Gouverneur Ricardo Rosselló Nevares hatte zuvor am Sonntag die Kündigung des Vertrags mit dem US-Unternehmen WhitefishEnergy im US-Bundesstaat Montana verlangt, der wegen seiner Kosten für Wirbel gesorgt hatte. Das Volumen betrug 300 Million Dollar (etwa 260 Mio Euro) - die Firma WhitefishEnergy hatte bis zum Vertragsschluss nur zwei Angestellte.

Puerto Rico ist ein hoch verschuldetes US-Außengebiet. Am 20. September verwüstete Hurrikan "Maria" die Insel schwer und ließ die Stromversorgung für die 3,4 Millionen Einwohner zusammenbrechen.

Der Vertrag erregte zudem Aufsehen, weil der Standort der Firma die Heimat von US-Innenminister Ryan Zinke ist. Er und der Manager der Energiefirma kennen sich zudem, der Sohn des Ministers hatte dort mal einen Job in den Sommerferien, wie unter anderem die "New York Times" berichtete.

Die US-Behörde für Katastrophenmanagement (Fema) äußerte außerdem "bedeutende" Bedenken gegen die im Vertrag vereinbarten Preise für die Dienstleistungen: So soll der Stundenlohn für die Arbeiter nach Angaben der "Washington Post" je nach Position zwischen 188 und 440 Dollar (etwa 162 und 380 Euro) liegen.

Fema würde normalerweise einen Teil der Kosten für den Wiederaufbau und damit auch die Wiederherstellung des Stromnetzes übernehmen. Die Behörde warnte jedoch, dass sie sich weigern könnte, sollte der Vertrag gegen Vorschriften verstoßen.

Die Elektrizitätsgesellschaft verteidigte sich den Medienberichten zufolge damit, dass sie nur schwer Vertragspartner finde, weil das puertoricanische Energieunternehmen Prepa insolvent sei und unter Gläubigerschutz stehe. WhitefishEnergy habe sich bereit erklärt, rasch zu arbeiten. Zinke seinerseits erklärte, er habe nichts mit der Vertragsvergabe zu tun gehabt.

Rosselló hat versprochen, dass bis Weihnachten 95 Prozent der Insel wieder Strom haben sollen - die Kündigung des Vertrags könnte diese Pläne nun durchkreuzen. WhitefishEnergy hatte Anfang Oktober mit den Arbeiten begonnen und 300 Arbeiter angeheuert - welche Schadenersatzforderungen nun anfallen, ist bisher noch unklar.

Überall wird derzeit versucht, mit Generatoren für ein paar Stunden am Tag Strom zu erzeugen. Fast alle Hotels sind geschlossen, da es keine Möglichkeit gibt, die Klimaanlagen bei der tropischen Hitze zu betreiben. Auch Internet und Telefon funktionieren nur notdürftig.

Die Einwohner der östlich der Dominikanischen Republik liegenden Karibikinsel sind US-Bürger. Es hatte zuletzt massive Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump gegeben, er organisiere nicht genug Hilfe. Zudem sorgte eine Aktion während eines Besuchs in Puerto Rico für Stirnrunzeln: Im Stile eines Basketballspielers warf Trump Küchenpapierrollen in die Menge und feierte sich als Krisenmanager.

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