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Dichter Smog verhindert die Sicht auf Hochhäuser in Peking. Foto: Stephan Scheuer/Archiv

Studie: 4000 Tote täglich in China durch hohe Luftverschmutzung

Tod durch Smog: Jedes Jahr sterben in China 1,6 Millionen Menschen an den Folgen der hohen Luftverschmutzung. Eine Lösung des verheerenden Problems könnte auch Chinas Anteil am Klimawandel verringern.

Peking (dpa) - Die schlimme Luftverschmutzung in China kostet einer Studie zufolge jeden Tag mehr als 4000 Menschen das Leben. 17 Prozent aller Todesfälle im bevölkerungsreichsten Land der Erde seien auf die hohe Belastung der Luft mit Schadstoffen zurückzuführen, berichten US-Forscher.

38 Prozent des Milliardenvolkes atmen - gemessen an US-Standards - im Durchschnitt "ungesunde" Luft ein. Dies verursache in China pro Jahr schätzungsweise 1,6 Millionen Todesfälle.

"Luftverschmutzung ist die größte Umweltkatastrophe der heutigen Welt", wird Ko-Autor Richard Muller von der Umweltorganisation Berkeley Earth in einer Mitteilung zur Studie zitiert. Er verwies auf seinen letzten Besuch in Peking, als die Luftverschmutzung wieder einmal auf einem "gesundheitsgefährdenden Niveau" gewesen sei. "Jede Stunde, in der ich der Verschmutzung ausgesetzt war, verkürzte meine Lebenserwartung um 20 Minuten", betont Muller. "Das ist so, als würden jeder Mann, jede Frau und jedes Kind 1,5 Zigaretten pro Stunde rauchen."

Der gefährlichste Schadstoff sei in China der Feinstaub mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer (PM2,5), der tief in die Lunge eindringen und Herzinfarkte, Schlaganfälle, Lungenkrebs und Asthma auslösen könne. Der Großteil der Verschmutzung stamme aus der Kohleverbrennung. China gewinnt zwei Drittel seiner Energie aus Kohle. Die Wissenschaftler analysierten stündliche Luftmessungen an 1500 Stellen über vier Monate von April bis August 2014.

Weltweit ist Luftverschmutzung jedes Jahr für den Tod von über drei Millionen Menschen verantwortlich. Das sind mehr als an der Immunschwächekrankheit Aids, Malaria, Diabetes oder Tuberkulose sterben. Obwohl es ein derart großes Problem sei, hätten die großen amerikanischen und europäischen Umweltorganisationen die Luftverschmutzung "noch immer nicht auf dem Radar", beklagt Elizabeth Muller, Leitende Direktorin von Berkeley Earth.

Die Probleme könnten durch den verstärkten Einsatz von Gaswäschern, mehr Energieeffizienz und die Umstellung von Kohle auf Erdgas, Kernkraft oder erneuerbare Energien gelöst werden. Was zu einer geringeren Luftverschmutzung in China führe, könne gleichzeitig auch den Anteil des größten Kohlendioxidproduzenten an der globalen Erwärmung verringern. "Wir können Leben retten - heute und zukünftig", betont Elizabeth Muller.

Für Peking, das als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2022 ausgesucht worden ist, werde es "schwierig", bis dahin seine Luftverschmutzung zu reduzieren, glaubt Mitautor Robert Rohde. Die chinesische Hauptstadt sei selbst nur eine "mittlere Quelle" für Feinstaub. Dieser wehe vielmehr zum großen Teil aus entfernten Industrieregionen nach Peking.

Studie PR Newswire

Berkeley Earth

Studie

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