+
Studie "So is(s)t Deutschland": Die meisten Bundesbürger essen am liebsten in Gesellschaft. Foto: Christian Charisius/Archiv/Symbolbild

Studie: Abendessen ist wichtigste Mahlzeit der Deutschen

Ernährung ist zunehmend persönliches Statement - und hängt vom Gewissen ab. Das sind zwei Ergebnisse einer repräsentativen Befragung in Deutschland. Die Studie bringt noch andere Gewohnheiten ans Licht.

Frankfurt/Main (dpa) - Mehr Mobilität in der Arbeitswelt und gestiegenes Ernährungsbewusstsein haben einer Studie zufolge die Essgewohnheiten der Deutschen verändert. Hauptmahlzeit ist demnach das Abendessen geworden, immer häufiger warm.

Der Genussfaktor beim Essen sei außerdem wichtiger geworden, und Ernährung - wie Mode - zunehmend Ausdruck persönlichen Lebensstils. Außerdem: "Das gute Gewissen kauft mit", sagte die Leiterin der Nestlé-Marktforschung, Katja Popanda, am Mittwoch bei der Vorstellung der repräsentativen Umfrage mit dem Titel "So is(s)t Deutschland 2016" in Frankfurt.

Für 95 Prozent der Befragten ist "gutes Essen und Trinken" ein Teil ihrer Lebensqualität. Fast zwei Drittel belohnen sich mit einer guten Mahlzeit, bei der letzten Befragung 2011 waren es erst 42 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Menschen achtet beim Kauf angeblich mehr auf die Qualität als auf den Preis. Als Qualitätskriterium für Nahrungsmittel nennen die meisten Geschmack, gefolgt von Lebensmittelsicherheit und Natürlichkeit. Auf Platz vier landen gleichauf Tierwohl und der Verzicht auf Gentechnik.

Deutlich mehr Konsumenten als bei früheren Befragungen sind demnach angeblich bereit, für Lebensmittel mehr Geld auszugeben, wenn ethische Aspekte berücksichtigt werden. Am stärksten trifft dies bei artgerechter Haltung zu: 46 Prozent der Befragten wären bereit, dafür mehr zu bezahlen, 2011 waren es nur 34 Prozent.

Gentechnikfreie Lebensmittel sind den Bürgern am zweitwichtigsten: 38 Prozent würden sich solche Lebensmittel mehr kosten lassen (2011: 28 Prozent). Nach Fair Trade, Regionalität und keinen künstlichen Zusatzstoffen landet Bio-Qualität auf Platz sechs. 26 Prozent würden dafür tiefer in die Tasche greifen (2011: 11 Prozent).

Gesundheitsbewusstsein spielt bei der Wahl der Lebensmittel auch eine Rolle: 34 Prozent schränken nach eigenen Angaben ihren Fleischkonsum bewusst ein, und gut 4 Prozent ernähren sich vegetarisch oder vegan.

Sechs Prozent bezeichnen sich der Studie zufolge als Laktose-intolerant und vier Prozent verzichten auf glutenfreie Lebensmittel. "Maximal ein Prozent der Deutschen verträgt tatsächlich kein Gluten", sagte Popanda über das Klebereiweiß aus Getreide.

Pressemitteilungen

Nestlé-Studie 2016

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ärzte sprechen von Wunder: Frau wacht nach Koma auf - mit Baby
Buenos Aires - Happy End für Komapatientin: Ihr Sohn kam zur Welt, während sie im Koma lag. Vier Monate später hat die Argentinierin Amelia Bannan ihr Kind nun zum …
Ärzte sprechen von Wunder: Frau wacht nach Koma auf - mit Baby
Das Sterben der Eschen
Die Eschen in Europa werden von einem Pilz befallen, der das Überleben der Baumart bedroht. Wissenschaftler versuchen den Wettlauf gegen die Baumkrankheit zu gewinnen.
Das Sterben der Eschen
Medien: Deutlich mehr Fälle von Cyberkriminalität
Berlin (dpa) - Die Zahl der mit Hilfe des Internets verübten Straftaten hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Die Polizei habe 2016 rund 82 649 Fälle (2015: 45 …
Medien: Deutlich mehr Fälle von Cyberkriminalität
Jagd auf Zugvögel: Zyperns Naturschützer schlagen Alarm
Sie bleiben in Netzen hängen oder an Leimruten kleben und verenden elendig. Dann landen sie auf dem Teller. Millionen Vögel werden jedes Jahr auf Zypern getötet. …
Jagd auf Zugvögel: Zyperns Naturschützer schlagen Alarm

Kommentare