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Nachwuchs zu teuer? Hohe Kosten sind laut einer Studie der  Hauptgrund dafür, dass die Deutschen immer weniger Kinder bekommen.

Studie zeigt:

Kosten halten Deutsche vom Kinderkriegen ab

Hamburg - Warum bekommen die Deutschen so wenige Kinder? Sie kosten zu viel Geld - so lautete die häufigste Antwort bei einer Umfrage der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen.

Hohe Kosten von Kindern, Angst vor dem Verlust der eigenen Unabhängigkeit und Sorge vor einem Karriereknick - das sehen die Bürger als die wichtigsten Gründe für die niedrige Geburtenrate in Deutschland an. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage, die die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen am Donnerstag in Hamburg veröffentlicht hat. „Die Unsicherheit, ja fast schon Angst vor der Familiengründung hält bei vielen Bundesbürgern an“, sagte der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Prof. Ulrich Reinhardt. 1,36 Kinder bekommt eine Frau in Deutschland im Schnitt, im EU-Durchschnitt sind es 1,57.

Seit Donnerstag gibt es zwei einschneidende Veränderungen in der Familienpolitik: Zum einen wurde der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ein- und zweijährige Kinder gültig, zum anderen startete das umstrittene Betreuungsgeld.

Die meisten Befragten (67 Prozent) nannten die hohen Kosten als Grund, warum viele Menschen in Deutschland keine Familie gründen. Der Wert habe sich besorgniserregend erhöht, 2011 seien es lediglich 58 Prozent gewesen, sagte Reinhardt. „Der finanzielle Aspekt ist immer weiter nach vorne getreten.“ Auch die Meinung, Karriere lasse sich nur schlecht mit Familie vereinbaren, wurde öfter angegeben als noch vor zwei Jahren (54 statt 48 Prozent).

Jeder zweite Bürger führte fehlende staatliche Voraussetzungen an - etwa nicht ausreichende Kita-Plätze. Das Argument sei im Westen deutlich öfter zu hören gewesen als im Osten, teilte die Stiftung mit. Der Wert blieb in den vergangenen zwei Jahren unverändert. Knapp 40 Prozent der Befragten gaben zudem an, die Deutschen bekämen nur so wenige Kinder, weil ihnen die richtigen Partner fehlten.

Für die Untersuchung waren im Juni und Juli dieses Jahres 2000 Menschen ab 14 Jahren befragt worden. Die Stiftung für Zukunftsfragen wurde von British American Tobacco gegründet. Sie versteht sich als unabhängige und gemeinnützige Institution, die Wissenschaft und Forschung fördert. Der Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen.

dpa

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