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Schwarzbrauenalbatros: Auf ihren langen Reisen über monotone Wasserflächen orientieren sich einige Meeresvögel wahrscheinlich an Gerüchen. Foto: Dean Lewins

Studie: Gerüche zeigen Meeresvögeln den Heimweg

Wasser, Wasser, nichts als Wasser: Einige Meeresvögel fliegen auf der Suche nach Futter riesige Strecken über Ozeane hinweg. Wie sie sich dabei orientieren, war lange unklar. Forscher glauben nun, eine Erklärung gefunden zu haben.

Harpenden (dpa) – Auf ihren langen Reisen über monotone Wasserflächen orientieren sich einige Meeresvögel wahrscheinlich an Gerüchen.

Das berichtet ein internationales Team um Andrew Reynolds von der britischen Forschungsstation Rothamsted Research nördlich von London. In ihrer Studie folgten die Wissenschaftler Sturmtauchern mithilfe von GPS-Geräten. Im Anschluss verglichen sie die Flugrouten der Vögel mit einem mathematischen Model, das erklärt, wie sich Gerüche in der Atmosphäre verteilen. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse in den "Proceedings B" der britischen Royal Society vor.

Meeresvögel aus der Ordnung der Röhrennasen (Procellariiformes) – zu denen etwa Sturmtaucher, Sturmschwalben und Albatrosse gehören – haben erstaunliche Navigationsfähigkeiten. Sie fliegen oft tagelang über Meere und Ozeane hinweg und schaffen es dann, zu ihren Brutkolonien im vermeintlichen Nirgendwo zurückzukehren. Forscher rätseln seit Längerem, wie es den Meeresvögeln gelingt, sich bei den kilometerlangen Reisen über Wasserflächen ohne landschaftliche Merkmale zu orientieren.

Hinweise dafür, dass Gerüche etwa von pflanzlichem Plankton bei der Navigation eine wichtige Rolle spielen, brachte etwa eine Studie aus dem Jahr 2013. Ein Team um die Biologin Anna Gagliardo konnte zeigen, dass Cory-Sturmtaucher, bei denen das Riechorgan manipuliert worden war, erhebliche Schwierigkeiten bei der Rückkehr zu ihren Kolonien hatten.

Eine andere These ist, dass sich Meeresvögel am Magnetfeld der Erde orientieren. Doch zumindest in der Studie von Gagliardo hatten jene Sturmtaucher, die magnetischen Störungen ausgesetzt waren, keine Probleme bei der Rückkehr zu ihrer Kolonie.

Die Forscher um Reynolds wollten nun genau wissen, inwiefern Meeresvögel Gerüche zur Orientierung nutzen. Hierzu markierten sie 210 Sturmtaucher und folgten ihnen mithilfe von GPS-Loggern. Bei den Vögeln handelte es sich um Sepia-Sturmtaucher (Calonectris diomedea), Kapverden-Sturmtaucher (C. edwardsii) und Cory-Sturmtaucher (C. borealis) aus verschiedenen Kolonien – etwa von den italienischen Tremiti-Inseln oder der Azoren-Insel Corvo (Portugal).

Sie verglichen die Flugrouten mit einem mathematischen Model, das erklärt, wie sich Gerüche in der Atmosphäre verteilen und wie Vögel diese Gerüche nutzen können, um sich während des Flugs zu orientieren. Demnach fliegen die Vögel nahezu streng in eine Richtung, wenn Gerüche in einer bestimmten Konzentration präsent sind. Fällt die Duft-Konzentration hingegen unter dieses Level, sind die Vögel orientierungslos und ändern eventuell ihre Richtung.

Den Autoren zufolge gibt es deutliche Hinweise, dass sich 69 Prozent der untersuchten Vögel mittels Geruchs-Navigation orientierten. Der Flug der Tiere werde womöglich auch durch andere Faktoren wie die Landschaft oder die Anwesenheit von Fischerbooten beeinflusst. Doch der grundlegende Orientierungs-Mechanismus scheine die Geruchs-Navigation zu sein, schreiben sie.

Link zu The Royal Society

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