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Studie: Informationsflut im Internet begünstigt gezielte Falschmeldungen

Eine Studie der Universität Indiana hat untersucht, ob Privatpersonen Falschmeldungen trotz der Informationsmasse in den sozialen Medien noch erkennen können. Das Ergebnis ist erschreckend.

Ob Mitteilungen in sozialen Netzwerken Aufmerksamkeit erzielen, hängt nicht von ihrem Wahrheitsgehalt ab. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der US-Universität Indiana in einer am Montag veröffentlichten Studie. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die hohe Dichte an Informationen auf Facebook, Twitter oder Tumblr dazu führt, dass Menschen gezielte Falschmeldungen nur noch schwer als solche identifizieren können. 

Für ihre Studie mit dem Titel "The digital Misinformation that threatens our Democracy" ("Digitale Informationen, die unsere Demokratie gefährden") untersuchten die Forscher tausende Botschaften in sozialen Netzwerken. Mit dieser Quellengrundlage analysierten sie, wie beliebte Internetphänomene, so genannte Memes entstehen. "In sozialen Netzwerken sind die zutreffenden Meldungen nur selten die beliebtesten", sagte Diego Oliveira, Co-Autor der im Magazin "Nature Human Behaviour" erschienenen Studie.

Um die Verbreitung von gezielten Falschmeldungen einzuschränken, plädieren die Verfasser dafür, die Zahl der unechten Profile in sozialen Netzwerken zu reduzieren - denn diese würden zu einer hohen Informationsflut im Internet beitragen. Auf diese Weise würden Ereignisse oft nur aus einer Perspektive dargestellt und alternative Standpunkte an den Rand gedrängt. Oliveira sagte: "Soziale Medien sind als Nachrichtenquelle nicht vertrauenswürdig - es sei denn, sie werden von etablierten Medien nach journalistischen Qualitätsstandards verfasst."

afp

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