Die Beweggründe - Die Belogenen

Studie: Darum lügen wir Deutschen

München - Wohl jeder von uns war schon mal mit der Wahrheit nicht ganz einer Meinung. Doch wann lügen wir Deutschen eigentlich und warum? Das hat nun eine Studie ermittelt.

Jeder Mensch kennt sie, diese Notlügen. "Ich kann heute nicht kommen, weil meine Oma ..." ist wohl nur eine der Standard-Lügen, die ab und an als Ausrede herhalten müssen. Doch warum entscheiden sich Menschen in Deutschland eigentlich dazu, die Unwahrheit zu sagen und in welchen Situationen geschieht dies? Das hat eine Studie des Instituts mymarktforschung.de ermittelt. 

Als erstes sei mal diese Zahl dahingestellt: Laut der Umfrage unter 1024 Personen lügen fast 58 Prozent der Deutschen täglich. Das sind sechs von zehn Menschen. Doch hat hier wirklich jeder die Wahrheit gesprochen? Gefühlt rutscht doch jedem von uns eine kleine Unwahrheit pro Tag heraus, und sei es nur die Antwort "Gut" auf die Frage, wie es einem gehe. Dass der Hals kratzt, der Bauch rumort oder wilde Gedanken durch den Kopf spuken, bleibt da schnell auf der Strecke.

Aus diesen Beweggründen lügen wir

Interessanter ist da doch viel mehr die Begründung, weshalb wir lügen - denn das geschieht meist aus Nachsicht unseren Mitmenschen gegenüber. So will laut Pressemitteilung mehr als die Hälfte der Befragten andere nicht verletzen oder durch Lügen schützen. Beinahe jeder Zweite findet die Wahrheit manchmal einfach unbequem oder möchte sich Ärger ersparen. Jeder Vierte nimmt es aus Kalkül mit der Wahrheit nicht so genau, um seine Ziele zu erreichen, und jeder Sechste lügt aus Angst davor, nicht gemocht zu werden. Gelogen wird dabei meistens im direkten Gespräch (75 Prozent), und jede fünfte Lüge passiert übers Telefon oder schriftlich.

Wer keine Lust auf ein Treffen hat, schiebt gerne mal andere Verpflichtungen als Ausrede vor (50 %), und jeder Fünfte heuchelt offenbar Gefallen an einem Outfit des Partners, das demjenigen eigentlich überhaupt nicht steht.

Auch am Arbeitsplatz wird geflunkert, was das Zeug hält. Zum einen aus kollegialen Gründen: So würden vier von zehn Befragten vor dem Vorgesetzten lügen, um einen Kollegen zu schützen. Zum anderen wird gelogen, um uns selbst in ein besseres Licht zu rücken - und das fängt schon bei der gepimpten Bewerbung an, die laut Umfrage jeder fünfte bei einem Bewerbungsgespräch abgibt.

Wen belügen wir am häufigsten?

Doch wen suchen wir uns eigentlich für unsere Lügen aus? Hier trifft es unsere Bekannten besonders hart, denn vier von zehn Befragten gaben an, am Vortag Freunden oder Bekannten einen Bären aufgebunden zu haben. Auch vor unseren Liebsten machen wir nicht Halt: Jeder dritte Befragte hat am Vortag seinen Partner belogen, gegenüber den eigenen Kindern oder engen Freunden war jeder Vierte unehrlich. Am besten kommen da fast noch Eltern und Vorgesetzte weg - denn sie wurden nur von jedem Fünften hinters Licht geführt.

Am wenigsten genau nimmt man es übrigens in Thüringen mit der Wahrheit. Die Hamburger hingegen reden frei Schnauze - auch, wenn die Wahrheit manchmal weh tut.

Bei Verkehrskontrolle lügen: Erlaubt oder nicht?

mes

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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