1. Startseite
  2. Welt

Wer viel putzt, stirbt früher - laut Studie

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Isabelle Jentzsch

Kommentare

Eine Frau reinigt eine Scheibe mit einem Schwamm
Putzen kann lebensgefährlich sein - das hat eine Studie aus Norwegen bewiesen. © Franziska Gabbert/dpa-tmn

Putzen ist nicht nur mühselig, es kann auch ziemlich gefährlich sein. Wiederholtes Putzen kann genauso gesundheitsschädlich sein wie Rauchen - das hat eine Studie nun bewiesen.

München - Jeder kennt es: Das Licht fällt durch die Scheiben und offenbart jeden Fleck und das Waschbecken sollte auch dringend mal wieder geputzt werden - von der Küche ganz zu schweigen. Wer jetzt nach einer Ausrede sucht, den Haushaltsputz nicht machen zu müssen, wird fündig: Putzen kann für die Gesundheit fast ebenso schädlich sein wie Rauchen.

Genau genommen ist es nicht das Putzen an sich, sondern die verwendeten Putzmittel, die eine gesundheitsschädliche Wirkung haben. Zu dieser Erkenntnis gelangten Forscher der Universität Bergen in einer Studie, die im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine erschienen ist. Für die Untersuchung wurden über einen Zeitraum von 20 Jahren 6230 Teilnehmende auf ihre Lungen- und Atemfunktionen getestet.

Regelmäßiges Putzen: Eine Lungenleistung wie beim Kettenrauchen

Das Ergebnis der Studie: Bei Frauen, die häufig zu Hause putzen oder beruflich als Reinigungskraft arbeiten, kommt es zu einer beschleunigten Abnahme der Lungenfunktion und langfristig zu einem gesundheitlichen Risiko für die Atemwege. Die Lungenleistung professioneller Reinigungskräfte sei vergleichbar mit Personen, die 20 Jahre lang eine Packung Zigaretten am Tag geraucht haben.

Der Großteil der Studienteilnehmenden sind Frauen, wobei die Mehrheit davon angibt, die Person zu sein, die zu Hause putzt (85,1 %). Im Vergleich dazu geben nur 46,5 % der männlichen Teilnehmer an, zu Hause zu Lappen und Mittel zu greifen. Erstaunlicherweise kann bei Männern die Reinigung nicht mit einer Verschlechterung der Lungenfunktion verbunden werden. Die Forschenden weisen jedoch darauf hin, dass die Anzahl männlicher, putzender Probanden nicht besonders hoch und deshalb die Aussagekraft geringer sei.

Gefährliches Putzen: Lieber Seife statt Sprays

Dass das Putzen der Gesundheit genauso schwer schaden kann wie das Kettenrauchen, liegt vor allem an den Chemikalien in den Reinigungsmitteln. Insbesondere Reinigungssprays können nachhaltig der Gesundheit schaden, da die Inhaltsstoffe noch lange nach dem Sprühen in der Luft schweben und immer wieder eingeatmet werden.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Wer auf die ganzen Chemikalien verzichten möchte, der sollte lieber zu warmem (aber nicht zu heißem) Wasser, ein bisschen Seife und guten Mikrofasertüchern greifen. Fenster lassen sich auch ohne Chemie leicht reinigen. „Die Ergebnisse der Studie sprechen dafür, dass eine schädliche Belastung der Atemwege durch Reinigungstätigkeiten verhindert werden muss“, erklärt der Hauptautor der Studie, Øistein Svanes. (ij) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare