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Im Western ist der gesellschaftliche Zusammenhalt stärker ausgeprägt als im Osten.

Gesellschafts-Studie

Zusammenhalt im Osten schwächer

Gütersloh - Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland ist einer Studie zufolge seit 1990 spürbar gewachsen. Doch im Osten gibt es Probleme.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland ist einer Studie zufolge seit 1990 spürbar gewachsen. Dieser Prozess gehe im Osten aber deutlich langsamer voran als im Westen, heißt es in dem am Montag veröffentlichten „Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt“ der Bertelsmann Stiftung. Demnach ist der Gemeinsinn in Hamburg am größten. Es folgen die Südländer Baden-Württemberg und Bayern. Die ostdeutschen Bundesländer belegen die fünf letzten Plätze.

Der Zusammenhalt habe sich seit 1990 auch im Osten verbessert, der Abstand zu den westdeutschen Ländern wachse aber, stellten die Autoren der Studie von der Jacobs University in Bremen fest. „Je höher das Bruttoinlandsprodukt eines Bundeslandes, je niedriger das Armutsrisiko, je urbaner das Wohnumfeld und je jünger die Bevölkerung, desto höher der Zusammenhalt“, fasste einer von ihnen, Kai Unzicker, die Ergebnisse zusammen.

Das zeichnet Zusammenhalt aus

Eine Gesellschaft, die zusammenhalte, sei gekennzeichnet durch „belastbare soziale Beziehungen, eine positive emotionale Verbundenheit ihrer Mitglieder mit dem Gemeinwesen und eine ausgeprägte Gemeinwohlorientierung“, definiert die Studie. Für den Vergleich werteten die Wissenschaftler Befragungsstudien und amtliche Statistik für die Jahre 1990 bis 2012 aus.

Parallelen zu ehemals sozialistischen Staaten 

Im Osten gebe es Parallelen zu anderen ehemals sozialistischen Staaten, schreiben sie. „So ist das relativ geringe Vertrauen der Ostdeutschen in ihre Mitmenschen typisch für Länder, in denen zuvor eher Kontrolle das gesellschaftliche Klima bestimmt hatte.“

Große West-Ost-Unterschiede gibt es auch beim Thema Verteilungsgerechtigkeit. Während im Westen mehr als jeder Zweite der Ansicht ist, einen gerechten Anteil am Wohlstand zu erhalten, ist es in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt nur jeder Fünfte.

Ein weiterer Punkt der Analyse war die Akzeptanz von Vielfalt. In fast allen Bundesländern sei die Toleranz gegenüber Homosexuellen gewachsen, hieß es. Zuwanderern begegneten viele Deutsche aber nach wie vor mit großer Skepsis. Immer seltener werde akzeptiert, dass diese hier ihren traditionellen Lebensstil pflegten. Die Skepsis sei aber unbegründet, denn: „In den Bundesländern mit den höchsten Ausländeranteilen halten die Bürger am engsten zusammen.“

dpa

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