+
Kleidung verblasst weniger schnell, wenn sie in kürzeren Waschprogrammen und bei niedrigeren Temperaturen gewaschen wird. Foto: Oliver Berg/dpa

Waschprogramm entscheidend

Studie zu umweltschonendem Waschen: möglichst kalt und kurz

Drei Mal gewaschen, schon ein Fall für den Müll: Klamotten, die rasch an Farbe und Form verlieren, gibt es zuhauf. Zumindest ein bisschen lässt sich mit der Wahl des richtigen Waschprogramms gegensteuern, sagen Forscher.

Leeds (dpa) - Bei kürzeren Waschprogrammen und niedrigeren Temperaturen entstehen weniger Mikrofasern, die mit dem Abwasser in die Umwelt gelangen.

Das haben Forscher bei Versuchen mit Kleidungsstücken aus dem Einzelhandel gezeigt. Auch der Träger profitiert demnach bei kürzeren und kühleren Waschgängen: Die Kleidung verblasst weniger schnell. Zudem gebe es einen Energiespareffekt.

"Synthetische Mikrofasern werden bei jedem Waschen von Textilien freigesetzt und machen mehr als ein Drittel aller Kunststoffe aus, die das Meer erreichen", erklärte Studienleiter Richard Blackburn von der Universität Leeds. Mikrofasern von Baumwolle und anderen Naturstoffen seien sogar in noch größerer Zahl im Meer zu finden. Die Bedrohung der Umwelt durch Wegwerfmode nehme zu, sagte Mitautorin Lucy Cotton von der Universität Leeds. Kleidung, die nach weniger als fünf Wäschen ihre Passform, Weichheit und Farbe verliere, lande schneller auf dem Müll.

Bezüglich der Waschtemperatur stellten die Forscher fest, dass die Entfärbung der Textilien zwischen 20 und 40 Grad stärker steigt als zwischen 40 und 60 Grad. Bei einigen der untersuchten T-Shirts war nach 16 Waschgängen mit 85 Minuten bei 40 Grad mehr als doppelt so viel Farbe verlorengegangen wie bei 16 Kurzwaschgängen (30 Minuten) bei 25 Grad, wie die Forscher in der Fachzeitschrift "Dyes and Pigments" berichten. Der Farbverlust ist demnach bei Baumwolle größer als bei Polyester.

Beim ersten Waschen eines dunklen Kleidungsstücks bei 40 Grad im 85-Minuten-Programm fanden Blackburn und Kollegen fast 140 Milligramm Mikrofasern pro Kilogramm trockener Wäsche. Beim kalten Kurzprogramm (25 Grad, 30 Minuten) waren es 104 Milligramm. Bei heller gefärbten Stoffen lagen die Werte jeweils etwas darunter.

Die Forscher wiesen auch nach, dass sich nicht nur von neuen Kleidungsstücken Mikrofasern lösen: "Beim 8. und 16. Waschen wird immer noch eine signifikante Anzahl von Mikrofasern aus den Stoffen freigesetzt, was darauf hindeutet, dass es einen konsistenten Mechanismus für die Erzeugung und Freisetzung von Mikrofasern während der gesamten Lebensdauer der Stoffe gibt."

Das deutsche Umweltbundesamt (UBA) hat weitere Tipps zum umweltschonenderen Waschen: So sollten Kunden schon beim Kauf einer Waschmaschine darauf achten, dass das Gerät eine möglichst hohe Energieeffizienzklasse besitzt. Auch sollte das Fassungsvermögen der Trommel nicht zu groß gewählt werden, um Waschgänge mit halbleerer Trommel zu vermeiden. Waschmittel gelte es sparsam zu verwenden - heutige superkompakte Waschmittel seien etwa doppelt so ergiebig wie die von vor 20 Jahren.

"Fortschritte in der Waschmitteltechnologie, insbesondere bei nachhaltigen Inhaltsstoffen wie Enzymen, ermöglichen es den Verbrauchern, in kälteren und schnelleren Wäschen hervorragende Reinigungsergebnisse zu erzielen", erklärte Neil Lant vom Waschmittelhersteller Procter & Gamble, ein Mitautor der Studie in "Dyes and Pigments".

Tipps vom Uba

Uba zu Waschmittel

Mitteilung zur Studie

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus: Zug auf dem Weg nach München gestoppt - Zwei Deutsche mit Symptomen - überraschende Wende
Ein Zug mit zwei deutschen Frauen, die Coronavirus-Symptome aufzeigten, wurde auf dem Weg von Italien nach München gestoppt. Kurz darauf reagierte Österreich mit einer …
Coronavirus: Zug auf dem Weg nach München gestoppt - Zwei Deutsche mit Symptomen - überraschende Wende
Hamburg-Wahl: Ergebnis da - SPD vorne, CDU am Boden, AfD noch dabei
Das Ergebnis der Hamburg-Wahl 2020 hat einige Parteien hart getroffen. Während die SPD weit vorne liegt, hat die CDU eine historische Pleite erlebt.
Hamburg-Wahl: Ergebnis da - SPD vorne, CDU am Boden, AfD noch dabei
Airbus fliegt viel zu tief – Passagiere in Panik: „Ich weiß nicht, wo der landen will“
Kurz vorm Flughafen Frankfurt gerät ein Airbus in einen gefährlichen Sinkflug. Eine Landebahn ist weit und breit nicht zu sehen. Passagiere geraten in Panik. 
Airbus fliegt viel zu tief – Passagiere in Panik: „Ich weiß nicht, wo der landen will“
Coronavirus-Eskalation: Österreich stellt Zugverkehr nach und von Italien ein
Coronavirus Italien: Nach dem Tod von drei Menschen kommen Teile des öffentlichen Lebens zum Erliegen. Zudem stellt Österreich den Bahnverkehr nach Italien ein.
Coronavirus-Eskalation: Österreich stellt Zugverkehr nach und von Italien ein

Kommentare