1. Startseite
  2. Welt

Krawall-Nacht in Stuttgart - Corona-Einsatz der Polizei eskaliert

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kai Hartwig

Kommentare

Einmal mehr kommt es in Stuttgart zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Die feierwütige Menge greift die Ordnungshüter dabei gewaltsam an.

Stuttgart - Immer wieder geraten in der Stuttgarter Innenstadt Jugendliche mit der Polizei aneinander. Am späten Samstagabend kam es in der baden-württembergischen Landeshauptstadt erneut zu schweren Auseinandersetzungen.

Dabei attackierten zahlreiche Jugendlichen die anwesende Polizei, zum Teil auch mit Wurfgeschossen. „Offenbar kam es dort unvermittelt zu Flaschenwürfen in Richtung der Einsatzkräfte“, sagte ein Polizeisprecher. Dadurch wurden mehrere Polizisten verletzt. Einige der jungen Randalierer wurden vorläufig festgenommen.

Wie die Stuttgarter Polizei mitteilte, hatten sich in der Nacht zum Sonntag bis zu 600 Menschen an der Freitreppe am Schlossplatz versammelt. Dieser musste schon am Vorabend aufgrund bestehender Corona-Regeln geräumt werden.

Krawallnacht in Stuttgart: Jugendliche werfen Flaschen auf Polizisten

Am Samstagabend kippte die Stimmung unter den hunderten Jugendlichen nach und nach, weil die Polizei die feiernde Menge auf das geltende Alkoholverbot und die Corona-Auflagen aufmerksam machte. Die Folge waren erste Flaschenwürfe in Richtung der Polizisten.

Anschließend leiteten die Beamten die Räumung der Freitreppe ein, aus der Menge der Jugendlichen flogen als Reaktion darauf weitere Flaschen. Zudem wurden die Polizisten nach eigenen Angaben verbal massiv beleidigt.

Es kam zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, die Polizei setzte unter anderem Pfefferspray ein. Sechs Personen wurden vorläufig festgenommen, kamen aber später wieder auf freien Fuß. Insgesamt fünf Polizisten trugen nach offiziellen Angaben Verletzungen davon.

Die Lage in der Stuttgarter Innenstadt beruhigte sich erst gegen 2.00 Uhr am Sonntagmorgen wieder. In Stuttgart gelten seit vergangenen Donnerstag (27. Mai) erstmals keine Ausgangsbeschränkungen mehr. Zuvor mussten sie Menschen ab 22.00 Uhr daheim sein. Trotz der jüngsten Lockerungen gilt nach wie vor ein Alkoholverbot an zahlreichen öffentlichen Plätzen in der Stadt.

Krawallnacht in Stuttgart: Nicht der erste Vorfall von gewalttätigen Auseinandersetzungen

Schon im Juni 2020 war Stuttgart der Schauplatz schwerer Krawall gewesen. Damals hatten dutzende Menschen in der Innenstadt randaliert. Unter den Randalierern befanden sich vorwiegend junge Männer. Bei der damaligen Krawallnacht waren zahlreiche Polizeibeamte verletzt worden. Zudem gingen mehrere Schaufenster von Geschäften zu Bruch.

Anschließend war die Stuttgarter Krawallnacht bundesweit Gegenstand diverser Debatten. Im Anschluss kam es zu dutzenden Verhaftungen beteiligter Randalierer. Einige erhielten mehrjährigen Haftstrafen. Ganz so extrem gestaltete sich die vergangene Nacht nach Einschätzungen der Polizei aber nicht. „Das ist nicht vergleichbar“, meinte ein Polizeisprecher am Sonntag. Zwar sei auch dieses Mal die Stimmung aggressiv und aufgeheizt gewesen. Jedoch nicht in dem Maß wie im Juni 2020.

Trotzdem prüfen Stadt und Polizei ein mögliches Verweilverbot für mehrere Bereiche der Innenstadt. „Das würde bedeuten, dass man an den kommenden Wochenenden zwischen 22.00 und 6.00 Uhr zwar noch durch die Innenstadt gehen darf, man kann sich dann aber nicht mehr dort niederlassen“, erklärte ein Polizeisprecher am Sonntag. Durch ein Verweilverbot könnte man somit Ansammlungen wie auf der Freitreppe verhindern. (kh)

Auch interessant

Kommentare