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Eine Szene aus "Paradies: Liebe". Ältere Frauen reisen in dem Film nach Kenia als Sextouristinnen. Nun soll es das "Sugar Mama"-Phänomen in Österreich selbst geben

ORF berichtet über das Phänomen

"Sugar Mamas": Bezahlen ältere Österreicherinnen Flüchtlinge für Sex?

Österreich diskutiert über ein Phänomen: Sogenannte "Sugar Mamas", also ältere und alleinstehende Österreicherinnen, würden sich junge, attraktive Flüchtlinge für Sex regelrecht halten.

Wien - Ganz Österricht diskutiert über die „Sugar Mamas“: Wie rosenheim24.de berichtet, erklärt "biber"-Chefreporterin Melisa Erkurt in einem Beitrag von  ORF, dass sie schon die Sorge hatte, dass alle Flüchtlingshelferinnen nun damit in Verbindung gebracht werden könnten. Aber angesichts der teilweise tragischen Schilderungen der jungen Männer hätte sie es für falsch gehalten, das Thema totzuschweigen.

ORF-Moderatorin: Zuerst klang es "zu abwegig"

ORF-Nachrichtensprecherin Lou Lorenz-Dittlbacher leitete den Bericht damit ein, dass dem Sender diese Geschichte zunächst "zu abwegig" klang. Doch bei der Recherche habe sich ergeben, dass es sich eben nicht nur um Einzelfälle handelt, sondern um ein wirkliches Phänomen, das viele betreffe.

Im ORF-Beitrag berichtet Sozialpädagoge Darpan Singh, der in der Flüchtlingsbetreuung arbeitet, dass die jungen Männer unterschiedlich damit umgehen. Manche würden psychisch unter den Abhängigkeitsverhältnissen leiden, sozusagen als "Lustknaben" ausgebeutet zu werden für eine kostenfreie Unterkunft und etwas mehr Luxus. Andere dagegen kommen damit besser zurecht, es sei ein "zweischneidiges Thema".

Sogenannte "Sugar Mamas", dieser Begriff war bislang mit einem ähnlichen Sextourismus-Phänomen verknüpft. Der Film "Paradies: Liebe" griff im Jahr 2012 die Thematik auf: Ältere, alleinreisende Frauen, die in ein Urlaubsresort nach Kenia fliegen, um dort für Geld die körperliche Nähe von "Beach Boys" zu gewinnen.

Ein Iraker fühlt sich als "Sexmaschine" ausgenutzt

Gegenüber dem Magazin "biber" schildert unter anderem ein Iraker (24), wieso er da mitmacht: "Es ist schwer hier eine Freundin zu finden, viele junge Frauen fürchten sich vor Flüchtlingen".

So habe er sich auf den Deal mit der wesentlich älteren Frau namens Linda eingelassen. "Ich habe Linda nach der Miete gefragt, doch sie meinte, es sei ihre Eigentumswohnung, ich brauche nichts zu zahlen. (...) Ich bin eine Sexmaschine für sie, mehr nicht." Dafür bezahle sie ihm sein Fitnessstudio, neue Kleidung und seine Handyrechnung - eben seinen ganzen Lebensstil. Geld gegen Sex mit umgekehrten Geschlechterrollen.

Der Preis dafür: totale Abhängigkeit. "Sie will, dass ich nur ihr allein ständig zur Verfügung stehe", klagt der Iraker.

Ein Psychotherapeut warnt vor den Folgen

Psychotherapeut Peter Stippl sieht in dem Phänomen auf Anfrage vom "biber" eine ernste Gefahr. Bezahlter Sex kann psychische Folgen haben und zu einer Abwertung des Frauenbildes führen. "Für diese Männer ist das doppelt erniedrigend, weil sie aus einer Kultur kommen, in der der Mann das Sagen hat und jetzt müssen sie auf einmal einer Frau folgen", warnt Stippl.

Filmemacher Ulrich Seidl widmete dem Thema „Sugar Mamas“ und Sextourismus zwischen 2012 und 2013 eine Trilogie, die unter dem Titel „Paradies“ für Schlagzeilen sorgte. Hier gibt es eine Spiegel-Kritik dazu, den Trailer können Sie sich hier ansehen

Marcel Görmann

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