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Sumatra: Entwarnung nach Mega-Beben

Jakarta - Ein schweres Erdbeben vor der Küste Sumatras hat die Bevölkerung am Mittwoch in Angst und Schrecken versetzt. Doch die Menschen bleiben vom Schlimmsten verschont.

Innerhalb von wenigen Stunden haben zwei der stärksten Erdbeben der vergangenen Jahre die Küste vor der indonesischen Insel Sumatra erschüttert. Millionen Menschen rund um den Indischen Ozean, darunter auch viele Urlauber, waren am Mittwoch in Angst und Schrecken. Schlimme Erinnerungen an die verheerende Tsunami-Katastrophe Ende 2004 wurden wach. Die befürchteten Flutwellen blieben diesmal jedoch aus.

Experten erklärten den vergleichsweise glimpflichen Ausgang damit, dass es nur waagrechte Erdbewegungen gab. „Wenn sich der Meeresboden nur horizontal bewegt, werden deutlich weniger Wassermassen in Bewegung gesetzt“, sagte Rainer Kind vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam.

Sumatra: Evakuierungen nach Mega-Beben

Sumatra von Mega-Beben erschüttert

Die beiden Beben vom Mittwoch hatten die Stärken 8,6 und 8,2, wie die US-Erdbebenwarte mitteilte. An Weihnachten 2004 hatte das Beben einen Wert von 9,1 erreicht. Die meterhohen Wellen danach rissen etwa 230 000 Menschen in den Tod.

Am Mittwochnachmittag gab das Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii nach wenigen Stunden Entwarnung für die Küsten rund um den Indischen Ozean. Es habe nur eine Flutwelle von etwa 60 Zentimetern gegeben. Die Experten verwiesen aber darauf, dass es örtlich je nach Topographie (Bodengestalt) besondere Bedingungen geben könnte.

Menschen in Panik

In der Provinzhauptstadt Banda Aceh auf Sumatra rannten Menschen panisch auf die Straße, Sirenen heulten, Tausende machten sich mit Auto oder Moped auf die Flucht. Nach anfänglichem Schock reagierten die Menschen aber mit Fassung.

Die deutsche Entwicklungshelferin Ramona Thiele in Banda Aceh sagte der Nachrichtenagentur dpa, sie habe bei ihrer Fahrt durch die Stadt weder Verletzte noch Schäden gesehen. Die meisten Geschäfte hätten nach den Erdstößen geschlossen, sagte sie am Telefon. Der Strom sei ausgefallen. „Wir sind alle in Panik rausgerannt“, sagte Timbang Pangaribuan dem Radiosender Elshinta aus Medan auf Sumatra.

„Das Erdbeben ereignete sich am Nachmittag, viele waren bei der Arbeit. Viele Menschen konnten sich gut informieren und haben auch sofort auf die Tsunami-Warnung reagiert“, sagte Erhard Bauer, der die Delegation des Deutschen Roten Kreuzes in Indonesien leitet.

Das erste Beben am Mittwoch hatte sein Zentrum rund 435 Kilometer südwestlich von Banda Aceh in etwa 22 Kilometern Tiefe, das zweite rund 620 Kilometer entfernt, in 16 Kilometern Tiefe. Die Stadt war 2004 fast völlig zerstört worden. Damals kamen allein auf Sumatra 170 000 Menschen ums Leben.

„Wir danken dem Herrgott“

Den indonesischen Behörden lagen zunächst keine Angaben über Tote, Verletzte oder Schäden vor, wie der Sprecher der Meteorologiebehörde sagte. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono sagte: „Wir danken dem Herrgott.“

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, falls erforderlich und gewünscht, sei Deutschland sofort zu helfen bereit. Dies gelte auch für eine mögliche konsularische Betreuung von Bundesbürgern in den betroffenen Gegenden.

An der thailändischen Westküste mit der beliebten Ferieninsel Phuket wurden die Touristen dazu aufgerufen, die Strände zu räumen. Auch der Flughafen von Phuket wurde vorübergehend geschlossen. Allein in Thailand kamen nach dem Tsunami 2004 mehr als 5000 Menschen ums Leben, die Hälfte davon ausländische Touristen.

Die indonesische Erdbebenwarte gab die Stärke des ersten Bebens mit 8,5 an. Das zweite Erdbeben hatte nach indonesischen Angaben eine Stärke von 8,1.

dpa

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