Gesundheits-Wahnsinn

Superfood Trend in China: Tausende Esel müssen sterben

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Tausende Esel sterben pro Jahr - und das für ein angeblich gesunden Snack. Das ist ein Problem für die gutmütigen Esel - und für Afrika. 

Sie wirkt angeblich gegen Potenzprobleme, Schlaflosigkeit, Schwindel, Infekte und Falten. Chinesen glauben an das Wundermittel Eselshaut - und der Handel mit den Tieren und ihren Bestandteilen boomt.  

Ejiao heißt das Mittelchen der Traditionellen Chinesischen Medizin, das alle möglichen Wehwehchen besiegen soll. Es wird aus Gelatine aus Eselshaut oder -knochen hergestellt. Die tierischen Bestandteile werden gekocht, in ein Tonic zusammengebraut und anschließend mit Nüssen serviert oder in Getränken aufgelöst. Auch das Fleisch der Tiere ist in China beliebt, es wird in Eintöpfen und Burgern verarbeitet. 

Das Problem: Chinas Hunger nach Eseln ist schwer zu stillen. Das Land produziert laut der Tageszeitung China Daily rund 5.000 Tonnen Ejiao im Jahr, was rund vier Millionen Eselshäuten entspricht. 

Chinas Eselpopulation schrumpft daher massiv - und immer schneller: Jahr für Jahr werden es 300.000 Tiere weniger. Ende der 90er Jahre hatte China noch elf Millionen Esel, heute weniger als sechs Millionen, berichtet ORF

Die vermeintliche Lösung: China importiert Esel und ihre Häute aus aller Welt - vor allem aus Afrika. In Niger wurden 2016 zum Beispiel 80.000 Esel an internationale Händler verkauft, ein Jahr zuvor waren es weniger als 27.000.

In Afrika dienen Esel hauptsächlich als Transportmittel. Die Menschen sind auf die Tiere angewiesen. Doch Chinas Superfood-Trend lässt die Preise für Esel explodieren: Normalerweise kostet ein Tier rund 29 Euro, jetzt hat sich der Preis verfünffacht, berichtet die WELT. Außerdem wildern Banden die Tiere: Die Esel werden aus den Ställen gestohlen und illegal geschlachtet und gehäutet. 

Für die Händler ist das Geschäft mit den Eselshäuten also lukrativ - und wird immer lukrativer. Für die Menschen in Afrika ist es jedoch verheerend. Die afrikanischen Staaten Niger, Burkina Faso, Mali und Senegal sahen sich bereits gezwungen zu handeln. Sie haben ein Ausfuhrverbot für lebende Esel und ihre Bestandteile nach Asien verhängt.

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Rubriklistenbild: © dpa

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