+
Zwei Wespen sitzen auf einer Mirabelle. "Man kann durchaus sagen, dass wir überall in Deutschland sehr viele Wespen haben", berichtet Julian Heiermann vom Naturschutzbund Nabu. Foto: Daniel Karmann/Archiv

Superjahr für Wespen

Warm und trocken: Was die meisten Menschen beim Wetter freut, kommt auch den Wespen entgegen. Diesen Sommer gibt es daher auffällig viele von ihnen. Besonders gemein: Sie können mehrmals zustechen.

Berlin (dpa) - "Bzzzz!" - In den kommenden Wochen ist dieses Geräusch häufig zu hören: Wegen des warmen und trockenen Wetters sind zurzeit besonders viele Wespen in Deutschland unterwegs - Experten zufolge nehmen sie noch bis zum Herbst Anflug auf Kuchen oder Eis.

"Man kann durchaus sagen, dass wir überall in Deutschland sehr viele Wespen haben", sagte Julian Heiermann vom Naturschutzbund Nabu in Berlin. Grund sei nicht nur die August-Hitze, sondern auch das warme Frühjahr und der kurze Winter. "Aus Sicht der Wespen ist ein gutes Jahr."

Wenn sie ihre Brut füttern müssen, brauchen die Tiere dem Experten zufolge vor allem eiweißreiches Futter. Das sei nun aber weitgehend vorbei. "Aktuell müssen sie keine Brut mehr großziehen, brauchen aber für sich selbst Treibstoff", erklärt Heiermann. "Die Wespen sind jetzt vor allem auf süße und energiereiche Nahrung aus." Mit Limonade, Obstkuchen oder Eis werde man daher besonders von ihnen geplagt. "Man stellt quasi einen Magnet auf den Kaffeetisch."

Bundesweit wird demnach niemand verschont. Regionale Schwerpunkte gibt es dem Nabu zufolge nicht - wenngleich sehr trockene und warme Gegenden etwa in Süddeutschland demnach prädestiniert sind. "Aber auch in Hamburg dürften sich die Wespen im Moment wohlfühlen."

Die Menschen selbst seien für Wespen aber uninteressant. "Sie suchen keinen Streit", erklärt der Experte. "Sie wollen eigentlich nur Nahrung zu sich nehmen." Tatsächlich seien von acht heimischen Wespenarten nur zwei von der lästigen Sorte - die Deutsche und die Gemeine Wespe. Alle anderen flögen auf Blüten statt auf Süßes.

Auch Bienen bevorzugen im Übrigen heimische Kräuter und Blüten, erklärt der Fachmann. Vor ihren Stichen müssen die Menschen in Deutschland momentan weniger Angst haben: "Über die Hälfte der heimischen Wildbienenarten ist gefährdet", sagt Heiermann.

Die zuckerhungrigen Wespen bevölkern Bäckereien und Kaffeetische dem Fachmann zufolge indes noch einige Wochen: "Wenn sie sich verabschieden, verabschiedet sich auch der Sommer." Anders als Bienen sterben Wespen auch nicht nach einem Stich: "Im Normalfall kann die Wespe den Stachel zurückziehen und sagt dann: Bis zum nächsten Mal!"

Die acht Wespen-Abwehr-Typen laut N-JOY (NDR)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Besucher aus dem All ist natürliches Objekt
Oumuamua ist der erste Besucher aus einem anderen Sonnensystem, der eindeutig als solcher erkannt wurde. Das macht den Asteroiden hochinteressant für Astronomen - und …
Besucher aus dem All ist natürliches Objekt
Brand in Penthouse auf Hamburger Bunker hält Feuerwehr in Atem
Einen ganzen Tag hat die Feuerwehr in Hamburg gegen einen Brand in einem Penthouse auf dem Dach eines Bunkers gekämpft. Schwierigkeiten bereitete nicht nur die besondere …
Brand in Penthouse auf Hamburger Bunker hält Feuerwehr in Atem
Zahl der Toten bei Schulbusunfall in Frankreich ist gestiegen
Nach der Kollision eines Schulbusses mit einem Regionalzug in Südfrankreich ist die Zahl der toten Schüler auf sechs gestiegen.
Zahl der Toten bei Schulbusunfall in Frankreich ist gestiegen
Tote und Verletzte bei schwerem Zugunglück in den USA
Es war die Jungfernfahrt für Zug 501 auf einem neuen Gleisabschnitt südlich der US-Stadt Seattle. Mit einem Mal springen Waggons in voller Fahrt aus den Gleisen, ein …
Tote und Verletzte bei schwerem Zugunglück in den USA

Kommentare