+
In diesem Supermarkt soll der Filialleiter einen Ladendieb so schwer misshandelt haben, dass dieser starb. Foto: Paul Zinken

Filialleiter in Haft

Supermarkt-Chef soll in Berlin Ladendieb totgeprügelt haben

Ein Fall von Selbstjustiz nach einem Ladendiebstahl erregt Aufsehen in Berlin. Opfer ist ein 34-jähriger Mann. Er traute sich nach dem Angriff anscheinend nicht, zur Polizei zu gehen - kurz darauf war er tot.

Berlin (dpa) - Der Filialleiter eines Supermarktes in Berlin soll einen Ladendieb so brutal geschlagen haben, dass dieser wenige Tage später starb. Die Gewalttat ereignete sich nach Polizeiangaben bereits am 17. September.

Der 34-jährige Ladendieb soll am frühen Morgen in dem Supermarkt im Bahnhof Lichtenberg aufgefallen sein. Der 29-jährige Filialleiter soll den Mann daraufhin nicht der Polizei übergeben, sondern ihn misshandelt haben. Das hätten die Ermittlungen im Supermarkt und anschließende Vernehmungen ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin mit.

Erst zwei Tage nach dem Angriff ging das Opfer zu einem Arzt im Stadtteil Lichtenberg. Dieser diagnostizierte schwere Gesichtsverletzungen und schickte den Mann zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Das Krankenhauspersonal informierte die Polizei. Fotos der Polizei zeigen den Verletzten mit einer großen Wunde über dem linken Auge. Einen weiteren Tag später, am 20. September, starb der Mann an seinen Verletzungen.

Eine Mordkommission der Berliner Kriminalpolizei ermittelte tagelang. Am 27. September schloss die Polizei den Supermarkt und durchsuchte ihn. 40 Polizisten waren im Einsatz. Zwei Verantwortliche des Geschäfts wurden festgenommen. Gegen den 29-jährigen Filialleiter erließ ein Richter Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Polizeibekannt oder vorbestraft wegen ernsthafter früherer Delikte war er wohl nicht, wie es bei den Ermittlern hieß.

Der Kriminalpolizei liegen inzwischen auch Hinweise früherer Opfer vor, nach denen es in dem Supermarkt bereits früher zu Angriffen auf Ladendiebe kam.

Die Polizei veröffentlichte Fotos des Opfers und sucht nach Zeugen, die den Mann kannten und wissen, wo er sich zuletzt aufhielt. Dabei geht es besonders um Samstag, den 17. September, und die Nacht vom 18. auf den 19. September. Gesucht wird auch nach weiteren Opfern, die in der Vergangenheit ebenfalls in dem Supermarkt tätlich angegriffen wurden.

Pressemitteilung mit Bildern des Opfers

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

16 Kinder nach Ferienfreizeit im Krankenhaus - was ist passiert?
Die Kinder aus dem Münsterland hatten sich auf die Ferienfreizeit gefreut. Aber dann wurden einige krank und alles kam ganz anders.
16 Kinder nach Ferienfreizeit im Krankenhaus - was ist passiert?
Tote und Verletzte bei zwei Messerattacken in Wuppertal
Am Freitag stirbt in Wuppertal ein Mann bei einem Messerangriff, ein weiterer wird lebensgefährlich verletzt. Auch am Samstagabend kommt es in der Stadt zu einem …
Tote und Verletzte bei zwei Messerattacken in Wuppertal
Inderin lässt sich wegen fehlender Toilette scheiden
Eine fehlende Toilette als Scheidungsgrund: Weil ihr Haus nach fünf Jahren Ehe immer noch kein WC besaß, hat sich eine Frau in Indien scheiden lassen.
Inderin lässt sich wegen fehlender Toilette scheiden
Ursachenforschung an Rheintalbahn dauert
Seit mehr als einer Woche steht der Zugverkehr auf der Rheintalbahn bei Rastatt still. Nach Problemen an einer Tunnelbaustelle wird dort rund um die Uhr im Untergrund …
Ursachenforschung an Rheintalbahn dauert

Kommentare