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Supermarkt-Erpresser: Die Polizei plante die Geldübergabe via Zeitungsannonce.

Vergiftete Babynahrung

Supermarkt-Erpresser: Polizei plante Geldübergabe per Zeitungsannonce

Es klingt wie eine Szene aus einem alten Fernsehkrimi: Die Polizei soll mit dem Supermarkt-Erpresser via einer Annonce in der Zeitung Kontakt aufgenommen haben, berichten Medien. Was ist an der Geschichte dran?

Update vom 8. Oktober 2018: Vor dem Landgericht Ravensburg hat am Montag (8. Oktober 2018) der Prozess gegen den sogenannten Supermarkterpresser von Friedrichshafen begonnen.

Ursprungs-Meldung vom 6. Oktober 2017: 

Konstanz - Zwei Wochen hielt der Supermarkt-Erpresser vom Bodensee Deutschland in Atem. Der Mann drohte Mitte September, Babybrei-Gläser mit Ethylenglykol zu vergiften und in Supermärkten zu verstecken.

In der vergangenen Woche wurde der mutmaßliche Supermarkt-Erpresser im Raum Tübingen festgenommen, die Erleichterung darüber war groß. 

Denn der Täter hatte nicht nur gedroht, sondern auch gehandelt: Fünf Gläser hatte er bereits in einem Supermarkt in Friedrichshafen am Bodensee platziert. In einer Droh-E-Mail forderte er dann von zehn großen deutschen Lebensmittelunternehmen mehr als zehn Millionen Euro. 

Supermarkt-Erpresser wollte Geldübergabe in Sigmaringen 

Laut focus.de soll der Erpresser genaue Angaben über eine geplante Geldübergabe gemacht haben. „Er hat uns genau vorgegeben, was wann wo passieren soll“, sagt demnach Uwe Stürmer, Vizechef des Polizeipräsidiums Konstanz.

Das geforderte Geld sollte offenbar in gestückelten Scheinen bis zum 30. September, 22 Uhr, in Sigmaringen übergeben werden. Und zwar in einem von der Polizei besorgten Auto.

Um den Täter zu antworten und mit ihm Kontakt aufzunehmen, wählte die Polizei eine eher ungewöhnliche Methode, wie focus.de berichtet: über eine Zeitungsanzeige.

Mit einer Annonce im Reiseteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bestätigte die Polizei die geplante Geldübergabe. Die Anzeige erschien am 24. September, wie auch online bei der Frankfurter Allgemeine Zeitung zu lesen ist: „ALLES KLAR Sigmaringen, 30.9.2017, um 22 Uhr“ - so der Wortlaut der Anzeige. Eine weitere Möglichkeit hätte es für die Ermittler demnach nicht gegeben.

Obendrein veröffentlichten die Behörden ein Foto eines dringend Tatverdächtigen und Videoaufnahmen aus einer Überwachungskamera. Daraufhin konnte der mutmaßliche Supermarkt-Erpresser im Raum Tübingen festgenommen werden. Er hat zugegeben, den Giftstoff Ethylenglykol in Babynahrung gemischt und diese in Läden in Friedrichshafen am Bodensee platziert zu haben.

Mittlerweile wurden weitere Details zu dem 53-Jährigen bekannt. Der festgenommene Tatverdächtige ist mehrfach vorbestraft.

Im Bezug auf den vergifteten Babybrei gaben die Behörden schnell Entwarnung. Mehr dazu lesen Sie hier.

Was ist Ethylenglycol?

Ethylenglycol (veraltet auch Äthylenglycol) ist eine sirupartige Flüssigkeit. Es ist sowohl farb- als auch geruchslos. Der Stoff ist giftig und greift nach dem Verschlucken zunächst das Zentrale Nervensystem an, dann das Herz und schließlich die Nieren. In größeren Mengen kann Ethylenglycol tödlich sein. Das Anwendungsgebiet von Ethylenglycol ist recht breit. Es kommt beispielsweise als Frostschutzmittel zum Einsatz. Auch in der Industrieproduktion spielt es eine Rolle.

ml

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