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Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil filmte das Mädchen während ihrer jahrelangen Gefangenschaft. Foto: Polizei/Archiv

Mehrere Stunden Filmmaterial

Natascha Kampusch: Täter filmte ihr Martyrium

Wien  - Natascha Kampusch (28) ist während ihrer Gefangenschaft von ihrem Entführer gefilmt worden. Ihr Anwalt sowie die Wiener Staatsanwaltschaft bestätigten einen entsprechenden Bericht der "Welt am Sonntag".

Nach der Flucht aus dem Haus ihres Peinigers Wolfgang Priklopil im Jahr 2006 hatte die Polizei Videomaterial im Umfang von mehreren Stunden gefunden. "Der Untersuchungsrichter hat mit den Ermittlern die Videos gesichtet und das Material als privat mit keinerlei Relevanz eingestuft", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Vecsey.

"Es gab keine Hinweise auf strafrechtliche Taten von Lebenden", sagte Kampuschs Anwalt Gerald Ganzger über die Videos. Es habe keinerlei Anzeichen dafür gegeben, dass neben Priklopil ein weiterer Täter beteiligt gewesen sein könnte. Deshalb seien die Aufnahmen an Kampusch übergeben worden. Die Staatsanwaltschaft habe keine Kopien angefertigt, erklärte der Sprecher.

Als Zehnjährige war das Mädchen am 2. März 1998 entführt und mehr als acht Jahre lang in einem Keller in Priklopils Haus gefangen gehalten worden. Am 23. August 2006 gelang der damals 18-Jährigen die Flucht. Stunden später wurde der Entführer von einem Zug überfahren. Um den Fall ranken sich immer wieder Verschwörungstheorien. Die Polizei hatte in ihrem Endbericht vom April 2013 keinen Zweifel daran, dass sich der Entführer selbst das Leben nahm.

Die "Welt am Sonntag" hatte am Wochenende über die Videos berichtet. Die Zeitung zitierte in ihrem Bericht aus dem Buch "Der Entführungsfall Natascha Kampusch: Die ganze beschämende Wahrheit" des ehemaligen Kriminalbeamten Peter Reichard, das am Montag veröffentlicht wurde.

dpa

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