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Tage der verzweifelten Suche

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- Hunderte von Einsatzkräften, Freiwilligen und Spürhunden suchten seit vergangenem Donnerstag nach dem spurlos verschwundenen Felix von Quistorp. Inzwischen ist der Tod des 14-Jährigen traurige Gewissheit. Ein Protokoll der vergangenen Tage - zwischen bangem Hoffen und dem bitteren Ende der Suche.

Montag, 25. Dezember: Der 14-jährige Felix verbringt die Weihnachtsfeiertage gemeinsam mit seiner Mutter Maria und seinem kleinen Bruder Philipp (11) bei seinem Großvater Erasmus Freiherr von Fürstenberg in Weihenstephan (Kreis Landshut).

Donnerstag, 28. Dezember: Die Familie schaut sich das Armeemuseum in Ingolstadt an und kehrt nach einem Stadtbummel gegen Mittag zurück ins Schloss Fürstenberg. Ab 15 Uhr fehlt von Felix jede Spur - sein Handy bleibt zurück. Seine Angehörigen durchkämmen zunächst auf eigene Faust Haus und Grundstück. Gegen 19.20 Uhr meldet Freiherr von Fürstenberg Felix als vermisst. Die Polizei leitet am selben Abend die Suche nach dem Jugendlichen ein.

Freitag, 29. Dezember: Von Felix fehlt weiterhin jede Spur. Seine gepackten Koffer verraten, welche Pläne er für das Neujahrswochenende hatte. An diesem Abend wollte er beispielsweise mit einem Freund ein Konzert in Frankfurt an der Oder besuchen. Stattdessen versucht nun ein umfangreiches Aufgebot an Einsatzkräften das Verschwinden des jungen Adligen aufzuklären - das ganze Neujahrswochende über. Eine 20-köpfige Sonderkommission der Polizei koordiniert die Aktion. Die Polizei setzt Spürhunde und einen Hubschrauber mit Wärmebildkameras ein, auch Bürgermeister Peter Dreier beteiligt sich an der Suche.

Neujahrswochenende, 30./31.Dezember, 1. Januar: Die Suchaktion dauert an und bleibt ohne Erfolg. Am Sonntag durchforsten 300 Helfer - Feuerwehr, Technisches Hilfswerks und Freiwillige aus der Gemeinde -  abermals das weitläufige Wald- und Weihergebiet rund um das Schloss. Der Vater von Felix, Karl-Alexander, reist an und beteiligt sich an der Suche. Er lebt getrennt von Maria von Quistorp. Ein Polizeisprecher sagt: "Wir haben keine Anhaltspunkte für ein Verbrechen, wir ermitteln in alle Richtungen." Der Fall wird einer breiten Öffentlichkeit bekannt, die Spekulationen reichen von Unfall über Weglaufen bis Entführung.

Dienstag, 2. Januar: Die Polizei sucht weiter ohne Erfolg. Sie hat inzwischen Freunde des Jungen, der eigentlich in seinem Heimatort Potsdam Silvester hatte feiern wollen, befragt, Anwohner und Autofahrer in und um Hohenthann - der Gemeinde, zu der Weihenstephan gehört.

Mittwoch, 3. Januar: Ein letztes Mal keimt Hoffnung auf, Felix lebend zu finden. Eine Meldung kursiert: Zollbeamte an der niederländischen Grenze hätten einen Jungen gesehen, auf den die Beschreibung des 14-jährigen passen soll. Um 9.40 Uhr zerschlagen sich alle Hoffnungen: Taucher finden die Leiche von Felix auf dem Grund eines 15 Meter tiefen, verschlammten Brunnens auf dem Grundstück seines Großvaters. Polizeipsychologen betreuen die geschockte Familie, der Leichnam des jungen Adligen wird zur Obduktion in die Münchner Rechtsmedizin gebracht. Die Polizei vermutet einen Unfall als Todesursache. 

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