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Eine Schneise der Verwüstung hat der verheerende Taifun hinterlassen

Taifun verwüstet die Philippinen

Rotes Kreuz befürchtet mehr als 1000 Tote

Manila - Nach dem verheerenden Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen zeigt sich ein Bild des Grauens: Kaum ein Stein blieb auf dem anderen, das Rote Kreuz befürchtet mehr als 1000 Todesopfer.

Das sagte des Chefs der Hilfsorganisation, Richard Gordon, der Nachrichtenagentur dpa am Samstagabend (Ortszeit). Niemand habe aber bislang die Leichen gezählt, betonte er. Es handele sich um Schätzungen von Mitarbeitern vor Ort. „Es sind jede Menge Leichen, wir haben keine Zeit, sie zu zählen“, sagte Gordon. „Wir kümmern uns um die Toten, wir wollen sicherstellen, dass sie schnell geborgen werden.“

Die Behörde für Katastrophenschutz meldete am Samstag offiziell 138 Todesopfer. Der Sprecher räumte ein, dass die Zahl weitaus höher liegen dürfte. Fotografen und Helfer berichteten aus dem Krisengebiet, dass überall Leichen auf den Straßen liegen. Das Gesundheitsministerium hält nach Angaben eines Staatssekretärs schon Ausschau nach einem Standort für Massengräber. Die meisten Opfer meldete die Behörde aus der Provinz Leyte.

Dort liegt auch die schwer verwüstete Hafenstadt Tacloban. Allein dort gebe es mehr als hundert Tote, Häuser lagen in Trümmern, nahezu alle Bäume und Strommäste waren umgestürzt. Auch der Flughafen von Tacloban wurde nach Angaben der Zivilluftfahrtbehörde schwer beschädigt.

Hatte die Regierung am Freitag noch mit einer niedrigen Opferzahl gerechnet und dies auf die Evakuierungsmaßnahmen zurückgeführt, räumte sie am Samstag ein, dass die Vorkehrungen wohl nicht ausreichend waren. "Der Präsident (Benigno Aquino) fragt, warum es immer noch Todesopfer gibt", sagte Kabinettsminister Rene Almendras.

"Haiyan", einer der schwersten Tropenstürme aller Zeiten, war am Freitag mit voller Wucht auf die ostphilippinischen Inseln Leyte und Samar aufgeschlagen. Nach Angaben der Regierung waren vier Millionen Menschen in 36 Provinzen von den Auswirkungen betroffen. In vielen Gebieten war die Kommunikation mit der Außenwelt unterbrochen, nachdem Strom- und Telefonleitungen durch das Unwetter zerstört wurden.

Taifun "Haiyan" wütet über den Philippinen

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Die Armee schickte rund 15.000 Soldaten in die teils überschwemmten Katastrophengebiete. Sie sollten auf dem Land- oder Luftweg Hilfsgüter, Material und Kommunikationsgeräte verteilen.

Die Vorsitzende des philippinischen Roten Kreuzes, Gwendolyn Pang, verwies auf die unübersichtliche Lage. So gebe es etwa zu dem 40.000 Einwohner zählenden Fischerort Guiuan auf der Insel Samar noch keinen Kontakt. Helfer versuchten demnach zudem in die Provinz Capiz auf der Insel Panay zu gelangen.

In Vietnam, wo der Taifun für Sonntagfrüh erwartet wurde, wurden rund 100.000 Menschen aufgefordert, in Gemeinschaftsunterkünften Zuflucht zu suchen. "Haiyan" dürfte dort etwa schwächer sein als beim Überzug über die Philippinen, wo Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 315 Stundenkilometern gemessen wurden. Das Auswärtige Amt in Berlin gab Sicherheitshinweise für Reisende im südlichen Vietnam sowie in Kambodscha und Laos aus.

afp/dpa

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