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Taifun – der tropische Wirbelsturm

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Eine 10 Meter hohe, von Tropensturm «Hagupit» verursachte Welle bricht im Hafen
Ein Taifun bezeichnet einen tropischen Wirbelsturm in Ost- und Südostasien, im Nordwest-Pazifik, nördlich des Äquators sowie westlich der Datumsgrenze © picture alliance/dpa/TPG via ZUMA Press | Tpg

Taifun – alles über den tropischen Wirbelsturm: Wissenswertes zu seiner Definition, seiner Entstehung und den Regionen und Zeiträumen seines Vorkommens.

Nordwest-Pazifik – Die Japan Meteorological Agency (JMA) sowie die Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) vergeben im Nordwest-Pazifik, einer Region, die sich nördlich des Äquators zwischen dem 100. und dem 180. Grad östlicher Länge ausdehnt, Namen an tropische Stürme, Taifune und Supertaifune.

Die Namensvergabe erfolgt nach folgenden Kriterien:

Taifun – seine meteorologische Definition

Per Definition wird ein Sturm in der Meteorologie unter folgenden Voraussetzungen als Taifun bezeichnet:

Tropische Wirbelstürme

Tropische Wirbelstürme bezeichnen Tiefdruckgebiete, die in den Tropen über dem Meer entstehen. Auf der Nordhalbkugel unterscheidet man drei Intensitätsstufen:

Abhängig von den Regionen ihrer Entstehung werden tropische Orkane unterschiedlich bezeichnet:

Taifun: Nordwest-Pazifik

Zyklon: Indik, Südwest-Pazifik

Hurrikan: Atlantik, Nordost-Pazifik

Bagyo: Philippinen

Taifune mit Windgeschwindigkeiten ab 241 Kilometern pro Stunde klassifiziert das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) in Hawaii als Supertaifune. Nach der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala entsprechen diese einer Windstärke der Kategorie Vier.

Taifun – Voraussetzung & Entstehung

Die Bezeichnung Taifun leitet sich von „typhon“, dem griechischen Wort für Wirbelwind ab. Die Grundlage für seine Entstehung bildet eine ausgeprägte Störung der Atmosphäre, etwa ein großräumiges Gewittersystem in den Tropen. Aus dieser entwickelt sich unter bestimmten Bedingungen ein Tiefdruckgebiet. Die Entstehung oder Verstärkung eines Tiefdruckgebiets, das die Bildung tropischer Wirbelstürme begünstigt, heißt in der Meteorologie tropische Zyklogenese.

Voraussetzungen für eine tropische Zyklogenese

Die Entstehung eines tropischen Wirbelsturms

Treffen die oben genannten Bedingungen aufeinander, verstärken sich die Gewittercluster und Aufwinde transportieren die warmen Luftmassen ab. Der entstehende Druckabfall führt zu einem Nachströmen von Luftmassen; durch die verzögernde Wirkung der Corioliskraft fällt der Druck weiter ab. Sobald ein ausreichender Druckgradient erreicht ist, beginnen die Gewitterzellen um das Tiefdruckzentrum zu rotieren.

Ein tropischer Wirbelsturm dehnt sich über Hunderte Kilometer aus. Sein Zentrum, das Auge, erstreckt sich im Durchschnitt über 20 bis 70 Kilometer. Bei einer Windgeschwindigkeit ab 119 Kilometern pro Stunde handelt es sich um einen tropischen Orkan. Tritt dieser im Nordwest-Pazifik auf, nennt man ihn Taifun.

Taifun – die Klassifizierung seiner Windstärken

Die Windstärke eines Taifuns wird anhand der Saffir-Simpson-Hurrikanskala angegeben, die die Meteorologen Herbert Saffir und Bob Simpson 1969 im U.S. National Hurrikan Center einführten. Sie wurde für die Klassifizierung von Hurrikanen entwickelt und gliedert sich in fünf Kategorien, die jeweils über folgende meteorologische Parameter informieren: die Windgeschwindigkeit im Ein-Minuten-Mittel, den Luftdruck und den Anstieg des Wasserspiegels.

Kategorien von Taifunen nach der Saffir-Simpson-Hurrikanskala:

KategorienWindstärkeWind in Kilometern pro StundeZentral-Luftdruck in HektopascalAnstieg des Wasserspiegels in Zentimetern
1schwach110-153980 und darüber120-160
2mäßig154-177965-979170-250
3stark178-208945-964260-370
4sehr stark209-251920-944380-540
5verwüstend252 und darüber919 und darunter550 und darüber

Taifun – Regionen, in denen die tropischen Orkane wüten

Taifune sind für die schwersten Naturkatastrophen im Nordwest-Pazifik verantwortlich. Sie treten nördlich des Äquators, westlich der internationalen Datumsgrenze auf, die nahe dem 180. Längengrad zwischen den Erdpolen durch den Pazifischen Ozean verläuft. Ihre Zugbahnen hängen von den Strömungen in mittleren Höhen von fünf Kilometern ab.

Taifun – Zeiträume, Auswirkungen und Warnsysteme

Die Pazifische Taifunsaison im nordwestlichen Pazifik hält das ganze Jahr hindurch an, mit einer deutlichen Zunahme an Taifunen im Zeitraum von Mai bis Oktober. Die meisten Taifune treten in den Monaten August und September auf.

Die zerstörerische Kraft von Taifunen

Im globalen Vergleich mit anderen tropischen Orkanen wie Hurrikanen und Zyklonen weisen Taifune die größten Durchmesser und höchsten Windstärken auf.

Je weiter sie in das Binnenland vordringen, desto mehr sinkt die Luftfeuchtigkeit. Taifune verlieren dadurch an Energie und schwächen ab.

Warnsysteme vor Taifunen und anderen tropischen Wirbelstürmen

Tropical Warning Centers sowie weitere Institutionen beobachten tropische Wirbelstürme und erstellen Wettermodelle für künftige Entstehungen und Zugbahnen von Taifunen, Zyklonen und Hurrikanen. Die Veröffentlichung erfolgt unter anderem von folgenden Organisationen:

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