Ein Tättowierer bei der Arbeit mit seinem Kunden in einem Salon.
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Wenn neben dem Totenkopf (Symbolbild) noch eine Friedenstaube gestochen ist, geht es klar.

Bedenken wegen „überdimensional großer Zähne“

Tattoo-Urteil in NRW: Polizist darf eingestellt werden – weil Motiv „von besonderer Bedeutung“ ist

Kunsthistoriker dürften an diesem Fall ihre Freude haben. Es ging um die Motivwahl eines Tattoo-Fans – der aber auch in den Polizeidienst will.

Düsseldorf - Ein Bewerber für den Polizeidienst in Nordrhein-Westfalen darf nicht wegen einer Totenkopftätowierung abgelehnt werden. Seine Bewerbung dürfe nicht mit der Begründung, das Motiv lasse auf eine gewaltverherrlichende Einstellung schließen, zurückgewiesen werden, entschied das Verwaltungsgericht Düsseldorf am Dienstag.

Auf seinem Oberarm habe der Polizeibewerber noch weitere Motive wie etwa einen Engel und eine Friedenstaube tätowiert, die keine Anhaltspunkte für eine Gewaltverherrlichung böten.

Tattoo-Urteil in NRW: Engel, Friedenstaube und Auge mildern Totenkopf ab

Zwar könne ein Tattoo Zweifel an der charakterlichen Eignung eines Bewerbers begründen, etwa wenn dieses nicht mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung vereinbar sei. Das hänge jedoch vom tätowierten Motiv, der „Einbettung in ein etwaiges Bildprogramm“ und den Beweggründen für das Tattoo ab. Im Fall des Bewerbers habe die Einstellungsbehörde argumentiert, dass die Zähne im Kiefer des Totenschädels „überdimensional groß“ und daher angsteinflößend seien. Risse im Schädel deuteten zudem auf Gewalteinwirkung hin.

Das Gericht kam zu einem anderen Schluss. Auf dem Oberarm des Bewerbers seien neben dem Schädel samt Skelett auch ein Engel, eine Friedenstaube und ein Auge abgebildet. Zusammen stünden die Motive für Werte und Eigenschaften, die für seinen Lebensweg „von besonderer Bedeutung seien“, erklärte er. Der Engel stehe etwa für Schutz und Geborgenheit. Das Skelett mit Sanduhr symbolisiere die menschliche Vergänglichkeit und sei Mahnung dafür, seine Lebenszeit sinnvoll zu nutzen.

Das Gericht verpflichtete das Land Nordrhein-Westfalen dazu, den Mann vorläufig in den Vorbereitungsdienst für den Polizeivollzug einzustellen. Gegen die Entscheidung ist Beschwerde beim nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht in Münster möglich. (AFP/frs)

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