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Über 15.000 Urlauber strandeten in den französischen Savoyen.  

Tausende stecken fest

Schneechaos in den französischen Alpen

Albertville - Nach heftigen Schneefällen in den französischen Alpen haben tausende Autofahrer auf dem Weg in den Skiurlaub die Nacht zum Sonntag in Notunterkünften oder ihren Fahrzeugen verbracht. Auch in England gab es unerwartet viel Schnee.

In den französischen Savoyen saßen nach Behördenangaben rund 15.000 Urlauber fest. Die Gemeinden richteten dutzende Notunterkünfte ein. An der Nordseeküste erzwangen Sturmböen die Einstellung des Fährverkehrs, in Großbritannien waren zehntausende Haushalte ohne Strom.

Nach Angaben des französischen Verkehrsministeriums wurden insgesamt 83 Notunterkünfte geöffnet. Zur Zahl der Autofahrer, die die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen mussten, gab es keine Angaben.

Rettungsdienste mussten einem jungen Mann zur Hilfe kommen, der in seinem Auto eine Unterkühlung erlitt. Nach wochenlangem Schneemangel waren über den Alpen am Samstag ergiebige Schneefälle niedergegangen. Glatteis verschärfte die Lage auf den Straßen.

Im Departement Isère kam ein 27-Jähriger ums Leben, als er mit seinem Auto in eine Schlucht stürzte. Fahrer ohne Schneeketten wurden von der Polizei angewiesen, nicht weiterzufahren. Auf den Autobahnen gab es lange Staus. Auch am Sonntag verlief der Verkehr auf den Alpen-Straßen immer noch zäh.

Die Wintersportorte in den Alpen zeigten sich angesichts des lang erwarteten Schnees erleichtert. "Ein Geschenk des Himmels", freute sich der Präsident der französischen Skistationen, Gilbert Blanc-Tailleur. Mit verschwollenen Augen nach einer kurzen Nacht stand eine Familie aus Paris am Sonntagmorgen im Olympia-Austragungsort Albertville auf der Piste. 18 Stunden hatte sie für die Autofahrt gebraucht, davon allein sieben für die letzten 50 Kilometer durch die Alpen.

In der Gegend um Paris stürmte es heftig, die Gärten am Schloss von Versailles wurden geschlossen. Am Ärmelkanal wurde der Fährhafen von Calais wegen Sturmböen geschlossen und der Fährverkehr nach Großbritannien eingestellt. Tausende Flüchtlinge in illegalen Lagern am Stadtrand litten unter der Kälte. Laut einer örtlichen Hilfsorganisation riss der Sturm zahlreiche Zelte fort, Flüchtlinge suchten Obdach in Schutzunterkünften.

In Großbritannien fiel infolge von Unwettern und Schneefall in mehr als 100.000 Haushalten der Strom aus. Mit elf Zentimetern fiel der meiste Schnee rund um die Stadt Leek südlich von Manchester.

Am Flughafen Frankfurt fielen witterungsbedingt am Wochenende gut 170 Flüge aus. Besonders am Samstag kam es durch die Schneefälle zu erheblichen Behinderungen am größten deutschen Flughafen, insgesamt 150 Flüge wurden annuliert. Vor allem als Folge dieser Störung kam es am Sonntag zu 22 weiteren Annulierungen, teilte ein Flughafensprecher mit. Für etwas Entspannung sorgten Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 23 Uhr. Insgesamt 25 Flugzeuge bekamen am Samstagabend solch eine Genehmigung und konnten trotz der Regelungen für das Nachtflugverbot doch noch starten.

AFP

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