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Proteste in New York: Gegen Rassismus und Polizeiwalt gingen viele Menschen auf die Straße.

USA

Tausende protestieren gegen Rassismus und Polizeigewalt

New York - Erneut haben in den USA tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert. Unterdessen wurde ein neuer Fall bekannt, wo ein Polizist einen Schwarzen getötet haben soll.

In Erinnerung an mehrere Fälle tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze liefen sie am Donnerstagabend (Ortszeit) mit erhobenen Händen durch New York und riefen "keine Gerechtigkeit, kein Frieden" und "Rassismus tötet". Aus Arizona wurde zudem ein neuer Fall bekannt: Dort erschoss ein weißer Polizist einen Schwarzen, weil er ihn für bewaffnet hielt.

Die Demonstranten besetzten ganze Straßen und die Brooklyn Bridge, über der Stadt kreisten Hubschrauber, es blieb aber weitgehend friedlich. Schon am Mittwochabend hatte es Proteste gegeben, nachdem sich eine Grand Jury im Fall Eric Garner gegen eine Anklage gegen den beteiligten weißen Polizisten entschieden hatte. Der schwarze unter Asthma leidende Familienvater war Mitte Juli an den Folgen eines Würgegriffs bei einem Polizeieinsatz in New York gestorben.

In Erinnerung an den 43-jährigen Garner legten sich zahlreiche Demonstranten am Union Square im Stadtteil Manhattan auf den Boden und riefen "Ich kann nicht atmen" - das waren Garners letzte Worte, wie später auf einem Amateurvideo zu sehen war. Bei ihrem Marsch über die Brooklyn Bridge trug eine Gruppe zehn schwarze Särge, auf denen die Namen von Menschen standen, die durch die US-Polizei starben.

Auch am Foley Square in Manhattan nahe der Polizeizentrale der Stadt demonstrierten tausende Menschen gegen exzessive Polizeigewalt. In Washington gab es ähnliche Proteste von mehreren Dutzend Menschen. Der Zorn der Demonstranten richtet sich gegen mehrere Vorfälle: Garner war Mitte Juli in New York gestorben, Anfang August wurde in Ferguson im Staat Missouri der schwarze Teenager Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen - auch hier entschied sich eine Grand Jury gegen eine Anklage.

Im November dann starb in Cleveland in Ohio ein zwölfjähriger schwarzer Junge durch Polizeischüsse, weil die Beamten seine Spielzeugpistole für echt hielten. Das Justizministerium übte am Donnerstag Kritik an der Polizei in der Großstadt. Eine Untersuchung habe ein Muster von "übermäßigem Gewalteinsatz" durch die Polizeikräfte zu Tage gefördert, sagte Justizminister Eric Holder. Die bereits vor 18 Monaten eingeleitete Untersuchung stand aber nicht im Zusammenhang mit dem Schicksal des zwölfjährigen Tamir Rice.

Schließlich wurde am Donnerstag ein weiterer Fall bekannt. In Phoenix im Bundesstaat Arizona erschoss ein weißer Beamter einen 34-jährigen Schwarzen, weil er dachte, dieser habe eine Waffe in seiner Tasche. Demnach war der Beamte wegen vermuteter Drogendelikte vor einem Geschäft im Einsatz, als es zu einer Auseinandersetzung kam und der Polizist zwei Schüsse abgab. In der Tasche des Schwarzen fand sich eine Packung mit Medikamenten, die auch als Aufputschmittel benutzt werden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die US-Behörden am Donnerstag auf, Polizisten bei Verfehlungen angemessen zur Verantwortung zu ziehen. US-Präsident Barack Obama hatte kürzlich erklärt, die Vorfälle seien ein "amerikanisches Problem" - kein Problem der afroamerikanischen Bevölkerung.

AFP

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