Camping-Revolution oder wirre Idee?

Es fährt auf Wasser und Land: Tchibo bringt Hausboot auf den Markt - Kunden zwiegespalten - „Einfach nur überflüssig“

  • vonMarius Epp
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Es gibt nichts, was Tchibo nicht verkauft - hier ist der nächste Beweis: Das Unternehmen verblüfft mit einem Gefährt, das es so noch nicht gab.

  • Tchibo präsentiert eine ausgefallene Idee.
  • Ein Wohnwagen-Hausboot gehört ab sofort zum Sortiment der Firma.
  • Es könnte den Campingmarkt revolutionieren - oder auch einfach eine schlechte Idee sein.

Hamburg - Wer in einem Tchibo-Laden landet, weiß oft nicht, was er kaufen will. Außer vielleicht Kaffee. Das Unternehmen aus der Hansestadt überrascht jetzt mit einem außergewöhnlichen Produkt, wovon die meisten Leute wohl auch noch nicht wissen, dass sie es kaufen wollen. Es handelt sich dabei um ein Hausboot, das auch als normaler Wohnwagen benutzt werden kann, also sowohl auf dem Wasser, als auch auf der Straße fahren kann. Oder anders: ein schwimmender Wohnwagen.

Tchibo bringt „Caravanboat“ auf den Markt - künftig auch Camping im See oder Fluss möglich

Das Modell nennt sich „Caravanboat“ und wurde von zwei Deutschen erfunden. Statt nur Campen am See soll nun auch Campen im See möglich sein. Im Corona-Sommer 2020 sind individuelle Reisen gefragt - und Camping beliebt. Ob sich das neuartige Gefährt durchsetzt, ist schwer zu sagen. Der Preis ist jedenfalls stattlich: Knapp 100.000 Euro kostet das günstigste Modell.

Technisch ist das Ganze wie folgt möglich: Der Wagen ist auf einem zweiachsigen Spezialtrailer verankert und kann von einem Auto gezogen werden. Am Gewässer kann der Wohnwagen dann innerhalb zehn Minuten vom Trailer gelassen werden. Ein Bootsführerschein ist nicht notwendig, das Gefährt hat in der Standardversion 15 PS, kann aber auf 50 aufgerüstet werden. Dafür braucht es dann einen Führerschein.

Auf YouTube, wo das neue Gefährt mit einem Video vorgestellt wurde, gab es neben vielen positiven Kommentaren auch zahlreiche negative. Viele sehen darin eine witzige Idee, aber nicht mehr, dazu sei es zu unpraktisch. „Sorry, wenn es ohne fahren (rollen) und schwimmen könnte, wäre es eine interessante Idee. So ist es schlichtweg ein hässliches und untaugliches Boot. Da kann ich mir besser für 10.000 Euro einen alten Kahn kaufen und auf einen Trailer legen.“ Auch der stattliche Preis schreckt viele ab. „Ich finde dieses Gefährt einfach nur überflüssig. (...) Wer Boot fahren will, kann sich doch ein Hausboot mieten. 100.000 EUR dafür ausgeben heißt Geld versenken.“

Tchibo: Verrückte Idee oder Verkaufsschlager? Wohnwagen-Hausboot mit Vollausstattung

Der Hausboot-Wohnwagen-Mix soll Platz für vier Personen bieten und ist 2,35 Meter breit. Tchibo wirbt mit einer Vollausstattung. Dazu gehört unter anderem eine Gas-Toilette, bei der das Abwasser verdampft und ein Außenbord-Grill. Für allzu spontane Urlauber gibt es aber eine schlechte Nachricht: Für diesen Sommer ist eine Anschaffung nicht mehr möglich. Das Gefährt muss beim Hersteller bestellt werden und wird nach individuellen Wünschen gebaut, was acht bis zehn Monate dauert.

Ein Erfinder aus Nandlstadt hatte eine simplere, aber trotzdem praktische Idee: Einen Clip, mit dem das Maske tragen deutlich leichter fällt. (epp)

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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