Terror-Angst in Frankreich

Bewaffneter Mann in Disneyland Paris festgenommen

Paris - In einem Hotel am Vergnügungspark Disneyland Paris ist am Donnerstag ein Mann festgenommen worden, der nach Angaben der Polizei zwei Waffen und den Koran bei sich trug.

In einem Hotel am Vergnügungspark Disneyland bei Paris ist am Donnerstag nach Angaben aus Ermittlerkreisen ein bewaffneter Mann festgenommen worden. Der Verdächtige habe zwei Handfeuerwaffen, Munition und einen Koran bei sich gehabt, hieß es aus Kreisen der französischen Polizei. Erste Hinweise, auch die Freundin des Manns sei festgenommen worden, erwiesen sich als falsch. Die Suche wurde am Abend fortgesetzt.

Der Verdächtige sei bei seiner Ankunft im Hotel "New York", wo er zuvor eine Reservierung vorgenommen habe, durchsucht worden, berichteten Ermittler. Dabei seien die Waffen entdeckt worden. Demnach hatte zuvor eine Sicherheitsschleuse Alarm geschlagen, als der Mann hindurchging. Der Verdächtige hat laut Dokumenten, die er bei sich trug, einen Wohnsitz in Paris. Die bei ihm gefundene Koran-Ausgabe ist den Angaben zufolge eine französischsprachige.

Die Polizei wurde umgehend zu dem Hotel gerufen und nahm den Mann fest. Um sein Fahrzeug wurde ein Sicherheitsbereich abgesperrt. Zunächst wurde eine Frau festgenommen, die für seine Freundin gehalten wurde. Diese Frau wurde jedoch wieder freigelassen. Die Ermittler teilten mit, die Fahndung nach der Freundin werde fortgesetzt. Der Mann sagte nach Angaben der Ermittler bei einer ersten Vernehmung aus, er habe die Waffen bei sich getragen, weil er um seine Sicherheit fürchtete.

Hinweise auf Ermittlungen wegen Terrorverdachts gab es am Abend nicht. Die für Anti-Terror-Einsätze zuständige Staatsanwaltschaft wurde nicht eingeschaltet. Der Fall ging an die Kriminalpolizei in Versailles.

Disneyland Paris liegt rund 30 Kilometer östlich der französischen Hauptstadt und ist der besucherstärkste Vergnügungspark Europas. Im Jahr 2015 zählte die Anlage etwa 14,8 Millionen Besucher.

Höchste Alarmstufe in Frankreich

In Frankreich gilt seit den islamistischen Anschlägen im vergangenen Jahr höchste Alarmstufe. Nach den Angriffen vom November in Paris mit 130 Toten wurde zudem der Ausnahmezustand verhängt. Alle besonders stark von Touristen frequentierten Orte in Frankreich unterliegen verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Donnerstag, die "Bedrohung" durch Anschläge sei "mindestens so schwerwiegend wie im November, wenn nicht schlimmer".

Der Notstand gibt den Behörden weitreichende Befugnisse bei ihren Terrorermittlungen und gilt noch bis Ende Februar. Präsident François Hollande will ihn um drei Monate verlängern. Darüber hinaus will die französische Regierung den Ausnahmezustand in der Verfassung verankern.

afp

Rubriklistenbild: © AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

USA: Mann erschießt drei Menschen - Fahndung läuft
Ein Mann soll in einer Firma im US-Bundesstaat Maryland drei Menschen erschossen und zwei weitere verletzt haben.
USA: Mann erschießt drei Menschen - Fahndung läuft
Dramatischer Insektenschwund in Deutschland
Kiloweise sammelten Forscher in den vergangenen 27 Jahren Insekten aus aufgestellten Fallen. Die Auswertung der Sammeldaten bestätigt: Die Insektenzahl schwindet …
Dramatischer Insektenschwund in Deutschland
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen von heute
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Hier finden Sie die aktuellen Lottozahlen vom Mittwoch. 1 Million Euro liegt heute im Jackpot.
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen von heute
Anführer der Pakistan-Taliban offenbar tot
Nach eigenen Angaben ist der Anführer der pakistanischen Taliban, Khalifa Umar Mansoor, offenbar tot. Näher Angaben machten die Gotteskrieger nicht.
Anführer der Pakistan-Taliban offenbar tot

Kommentare