Tod von Terrorhäftlingen wird untersucht

Washington - Die harten Verhörmethoden des Geheimdienstes CIA gegen mutmaßliche Terroristen unter George W. Bush bleiben möglicherweise doch nicht ganz ungesühnt. In zwei Fällen ermittelt jetzt die US-Justiz.

Das US-Justizministerium untersucht die Rolle des Geheimdienstes CIA bei dem Tod zweier des Terrorismus verdächtigter Gefangener. Die Entscheidung sei nach einer zweijährigen Prüfung von 101 Fällen getroffen worden, in denen Verdächtige von der CIA verhört worden seien, sagte Justizminister Eric Holder am Donnerstag in Washington. Ziel sei es festzustellen, ob CIA-Agenten Richtlinien verletzt hätten und ihre Ermittlungen gerechtfertigt gewesen seien.

Die Untersuchungen seien vom federführenden Staatsanwalt John Durham empfohlen worden, der die harten Verhörmethoden der CIA im Anti-Terror-Kampf unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush begutachtete. Darunter ist auch das als Waterboarding bekannte simulierte Ertränken von Gefangenen. Holder gab in seiner Mitteilung keine Details darüber, um welche Fälle es sich handelt. Das Nachrichtenmagazin “Time“ hatte kürzlich berichtet, die US-Justiz rolle Missbrauchsvorwürfe im berüchtigten irakischen Gefangenenlager Abu Ghoreib wieder auf.

Der des Terrorismus Verdächtigte Manadel el Dschamadi war dort 2003 kurz nach seiner Festnahme in dem Gefängnis erstickt worden. Die Bilder lachender US-Soldaten, die neben Dschamadis Leiche posierten, gingen nach ihrer Veröffentlichung im Jahre 2005 um die Welt. Ein Beamter wurde nach der Tat vor Gericht gestellt, letztlich aber freigesprochen. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU kritisierte Holder scharf dafür, die Ermittlungen gegen CIA-Mitarbeiter auf zwei Fälle zu beschränken und nicht gegen hochrangige Verantwortliche vorzugehen, die die Verhandlungsmethoden genehmigt hatten. “Die von Holder heute angekündigte eingeschränkte Untersuchung ist hinsichtlich des Umfanges der Missetaten nicht angemessen“, sagte der stellvertretende ACLU-Direktor Jameel Jaffer.

Die Organisation bezeichnet die Verhörmethoden der Agentenbehörde als “unvorstellbare Grausamkeiten“. Der scheidende CIA-Chef und neue Verteidigungsminister Leon Panetta sagte, es seien abseits dieser “beiden einzelnen Fälle“ keine Gründe für weitere Untersuchungen gefunden worden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Explosion bei Ariana-Grande-Konzert - 19 Tote bestätigt
Manchester: Bei einem Konzert von Ariana Grande gab es offenbar mindestens eine Explosion. Die Polizei hat 19 Tote bestätigt.
Explosion bei Ariana-Grande-Konzert - 19 Tote bestätigt
Der älteste Vormensch könnte aus Europa statt Afrika stammen
In Afrika trennten sich mit der Entwicklung der ersten Vormenschen die Wege von Menschen und Menschenaffen - das nehmen viele Experten an. Es könnte aber auch ganz …
Der älteste Vormensch könnte aus Europa statt Afrika stammen
Wie eine große Firma: Europaweite Einbrecherclans aufgespürt
Mädchen auf Einbruchstour: Die Münchner Polizei hat Mitglieder einer Bande dingfest gemacht - und spricht von internationalen Strukturen mit womöglich 500 Tätern.
Wie eine große Firma: Europaweite Einbrecherclans aufgespürt
Unglaubliches Video: Seelöwe reißt Mädchen ins Wasser
Damit hätte wohl niemand gerechnet: Ein kleines Mädchen möchte mit ihrer Familie die Seelöwen an einem Pier in Vancouver füttern. Plötzlich taucht eines der Tiere auf …
Unglaubliches Video: Seelöwe reißt Mädchen ins Wasser

Kommentare