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Terroristen kassierten Stütze

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- München - Die britische Polizei befindet sich in einem Wettlauf mit der Zeit: Die Behörden befürchten, dass sich die Attentäter vom vergangenen Donnerstag noch in London aufhalten und einen neuen Schlag vorbereiten. Stück für Stück können die Fahnder die Identität der Gesuchten entschlüsseln. Bei zwei von ihnen handelt es sich um Afrikaner, die seit zehn Jahren in England leben - und staatliche Hilfe kassierten.

Zwei der Männer sind nach Angaben der Behörden inzwischen identifiziert: Der Somalier Yasin Hassan Omar bekam nach einem Bericht der Zeitung "The Sun" über sechs Jahre insgesamt 23 000 britische Pfund an Mietzuschüssen. Seit 1999 erhielt der heute 24-Jährige wöchentlich 75 Pfund aus Steuergeldern. Erst im Mai wurde die Unterstützung gestoppt. Er lebte gemeinsam mit einem zweiten Attentäter, Muktar Said-Ibrahim aus Eritrea, in einer Wohnung in Southgate, das im Norden der Stadt liegt.Wie das Innenministerium gestern mitteilte, seien die beiden Männer im Alter von 11 beziehungsweise 14 Jahren mit Asylbewerbern nach Großbritannien gekommen. Seit mehr als zehn Jahren hätten sie legal im Land gelebt, Muktar Said-Ibrahim bekam vor kurzem sogar einen britischen Pass.Die Wohnung der beiden Terroristen im neunten Stock eines Wohnsilos in New Southgate war am Montagabend durchsucht worden. Die Polizei geht davon aus, dass sich hier das Bombenlabor der Täter befand, weshalb die "Sun" von einem "Mietfreien Bomber-Hauptquartier" schrieb. Experten würden sichergestelltes Material untersuchen, berichteten britischen Agenturen.Ein Nachbar der Terroristen erzählte der "Sun", die beiden hätten vor kurzem dutzende Kisten nach oben getragen. "Ich habe sie gefragt, was sie da nach oben schleppten, und sie haben gesagt: Tapetenentferner. Im Nachhinein betrachtet, könnte das etwas viel Schlimmeres gewesen sein."Von allen vier Attentätern fehlt seit dem Anschlag jede Spur. Nur ein paar Bewegungen konnten anhand der Überwachungskameras rekonstruiert werden. Laut "Times" vermuten die Ermittler, dass sich die Täter bereits vor der Attacke eine sichere Wohnung besorgt haben. Von dort aus könnten sie erneut zuschlagen.

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